J. S. Bach: Präludium und Fuge G-Dur BWV 557

Das Präludium G-Dur BWV 557 beginnt im deklamierenden Grave, ähnlich wie das Schwesterwerk in e-Moll, BWV 555. Nach fünf einleitenden Takten löst es sich jedoch in Laufwerk und Arpeggien auf – was den Musikwissenschaftler Gotthold Frotscher vermutlich dazu veranlasste, dieses Präludium als ‚Orgeltoccata in Miniaturformat’ zu bezeichnen. Nach der Kadenz zur Dominante erscheint folgerichtig auch ein Pedalsolo von vier Takten, das zur Schlußkadenz überleitet.
Das Thema der Fuge ist aufgrund von Synkopen zunächst metrisch schwer einzuordnen; erst im Zusammenspiel mit Gegenstimmen wird die darunterliegende rhythmische Gliederung ganz klar. Es wirkt sehr verhalten, ja fast pessimistisch durch seinen stufenweise abwärts gerichteten Verlauf.

Allgemeines über die Sammlung Acht Praeludien und Fugen BWV 553 bis 560 ist im Blogbeitrag Acht kleine Präludien und Fugen (BWV 553–560) zu lesen.

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