Vagabunden

Ein „freies Leben“ führten sie,
Ein freches ist’s leicht worden,
Bewahrten Herd und Werkstatt nie.
Man traf sie allerorten!
Feld, Wald und Stall war meist ihr Hans,
Sie hielten alle Wetter aus.

Heut’ kehrten sie bei Armen ein,
Bestahlen Reiche morgen,
Konnt’ ihnen Etwas dienlich sein,
Hab’n sie’s gar leicht geborgen!
Am Kreuzweg, hinterm Dornenzaun
Da lagen sie; wer mochte trau’n? –

Sie klagten weinend Not und Leid,
Bemurrten Gott und Obrigkeit;
Das Jammern schwer geschlag’ner Väter,
Der Witwen, Waisen laut Gezeter,
Das Wimmern auch verlass’ner Bräute, –
Wer wußt’, ob’s Lug und Trug bedeute?

Feilen Dirnen, faulen Lümmeln,
Krüppeln die sich selbst verstümmeln,
Mußt man kalten Blick zuwenden,
Konnt’ nicht, was sie heischten, spenden;
Wagte man sie auszuschelten,
Wußt’s ihre Rache zu vergelten!


aus
C. E. Bach
„Im Tullifeld“
Eine historisch-landschaftliche Umschau in engerer Heimat 
– der Vorderrhön –


Und hier noch eine andere, moderne Sicht auf das Vagabundenleben (so man Geld hat ):

Fred Bertelmann ist am 22. Januar 2014 – trotzalledem – gestorben.


Bücher und DVD über Geschichte, Landschaft und Kultur der Rhön und Thüringens
– nach Themen sortiert –


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