"Lacrimosa dies illa" aus Mozarts Requiem

 – Karwoche –
zum Gedenken an unsere Toten.

Lacrimosa dies illa,

Qua resurget ex favilla.

Iudicandus homo reus:

Huic ergo parce Deus.

Pie Iesu Domine,

dona eis requiem.

Tag der Tränen, Tag der Wehen,

Da vom Grabe wird erstehen

Zum Gericht der Mensch voll Sünden;

Lass ihn, Gott, Erbarmen finden.

Milder Jesus, Herrscher Du,

Schenk den Toten ew’ge Ruh.

Les Petits Chanteurs de Sainte-Croix de Neuilly
Chorleiter François Polgár,
interpretiert das Requiem von W. A. Mozart
am 18 April 2013 in der Kirche Saint Roch in Paris.

 

Diesen letzten Satz des Dies irae hatte Mozart nicht mehr vollenden können, Tränenreich sind Mozarts Seufzermotive im 12achteltakt in den Violinen, die dann vom Chor aufgenommen werden. Ab Takt 9 hat sein Schüler Süßmayr den Satz kongenial zu Ende geführt:
Nun mit Allgegenwart begabt, hört der seines Bruders beraubte Mensch die Stimme der Dinge wie die Stimme der Säfte in seinem eigenen Leib. Was für den Fremden nichts ist als Rauschen des Bluts, Pochen des Herzens, Röcheln, Blähen und Magenknurren, wird für den partnerlos gewordenen zum Lied der Welt. Denn die Sprache seiner Liebe, für einen einzigen bestimmt, wendet sich kraft des Verlustes dieses einzigen an Wasser, Wind und Sterne. Das, was zuinnerst war, wird groß wie die Welt. Ein Flüstern steigert sich zu göttlicher Gewalt: dona eis requiem.

STIMMEN

Denkbildhafte Stimmen und geliebte
Jener, die starben, oder jener, die für uns
Verloren sind gleich den Gestorbenen.
Manchmal, mitten in unsern Träumen, sprechen sie,
Manchmal, mitten im Denken, hört sie der Geist.
Und mit ihrem Klang rückkehren für einen Nu
Klänge aus der Urdichtung unseres Lebens –
Wie Musik in der Nacht, ferne, verlöschende.

KONSTANTIN KAVAFIS


 

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