Herbsthauch (Borodin – Im Kloster)

 
Video zu dem Klavierstück „Petite Suite – I. Au couvent: Andante religioso“ ( Im Kloster) von Alexander Borodin, interpretiert von mir auf meinem PC mit Samples des virtuellen Klaviers „The Hammersmith Pro„. Das Video ist vor langer Zeit während eines verspielten Herbstes im Park des Sommerpalastes von Zar Paul I. in Pawlowsk bei Sankt Petersburg entstanden.

Ich habe dieses Video mit – zu all dem – passender russischer Musik untermalt. Ich liebe diese Musik: zuweilen träumerisch sentimental, sehnsüchtig entbehrend und dann wieder wild begehrend – immer aber mit weit offenem Herzen gefühlvoll und vorbehaltlos liebend.
Man kann das gleiche Video völlig anders, aber trotzdem russisch (mit der Musik von Arkona), aufpeppen und dem Ganzen frechere Herbstgedichte unterlegen und statt all der trübseligen Nachdenklichkeit von Rückert, Meyer und Kerner zu Jux und Tollerei nach draußen gehen, wo der Herbst blüht und seinen Drachen steigen lassen! Gell!
 
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Friedrich Rückert – Herbsthauch

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

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Conrad Ferdinand Meyer – Genug ist nicht genug!

Genug ist nicht genug! Gepriesen werde
Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte,
Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.

Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!
Die saft’ge Pfirsche winkt dem durst’gen Munde!
Die trunknen Wespen summen in die Runde:
»Genug ist nicht genug!« um eine Traube.

Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen
Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,
Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,
Genug kann nie und nimmermehr genügen!

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Justinus Kerner – Im Herbst

Zieh nur, du Sonne, zieh
Eilend von hier, von hier!
Auf dass Ihm Wärme komm‘
Einzig von mir!

Welkt nur, ihr Blumen, welkt!
Schweigt nur, ihr Vögelein!
Auf dass Ihm sing‘ und blüh‘
Ich nur allein.


 

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