F. Couperin: Le tic toc choc ou les maillotins

Vielen seiner Charakterstücke gab François Couperin originelle Titel. Neben Portraits von Personen und Figuren stehen musikalisierte Szenen und Natureindrücke, die mit barocker Affektensprache und Tonmalerei gewürzt sind.
Ironisch benennt er dieses Stück Le tic-toc-choc ou Les Maillotins. Mit dem Begriff wurden die Aufständischen bezeichnet, die im Mittelalter das Pariser Rathaus gestürmt hatten. Meißelähnliche Schlagwerkzeuge dienten ihnen damals als Waffen. In dem sprudelnden Perpetuum-mobile überkreuzen sich wie in Rameaus Trois mains beide Pianistenhände, die Melodietöne müssen dabei trocken akzentuiert werden.

Der Vorteil von MIDI-Technik: es ist kein Kreuzen der Hände erforderlich, um das Stück in den PC zu bekommen.

Ich habe das lustige Stück wieder mit Samples des Kirckman-Cembalos von 1766 eingespielt.

 Die MP3-Datei:

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