César Franck: Prélude, fugue et variation op. 18

César Francks „Prélude, Fugue et variations“ ist unter Organisten populär und selbst bei Musikliebhabern bekannt, auch wenn letztere nicht den Titel oder den Komponisten kennen. Geschrieben im Jahre 1862, ist es Teil des größeren Zyklus Six Pièces pour le Grand-Orgue (Sechs Orgelstücke).

Nachdem er als Organist an der Pfarrkirche sieben Jahre in Saint-Jean-Saint-François gearbeitet hatte, wurde Franck Organist in Sainte-Clotilde, wo er seit einiger Zeit Kantor war. Es war diese zweite Kirche, die ihn zu seinem Prélude op. 18 inspirierte. In seinem neuen Amt  erwartete ihn eine monumentale künstlerische Herausforderung, als der Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll seine dreimanualige große Orgel für die Kirche im Jahr 1859 fertiggestellt hatte. Für die Einweihung dieses Instruments am 19. Dezember des gleichen Jahres spielte Franck sein Finale in B-Dur, Op. 21. Seine Verbundenheit mit dieser außergewöhnlichen Orgel war so groß, dass sie ihn inspirierte sofort Six Pièces pour le Grand-Orgue (1860-1862) zu komponieren, denen Trois Pièces pour le Grand-Orgue (1878) und Trois Chorals (1890) folgten. Diese Arbeiten wurden auf der Höhe der Popularität der romantischen Orgel (zwischen 1830 bis 1930) geschrieben. Die beliebtesten Organisten dieser Periode waren Charles-Marie Widor, Alexandre Pierre François Boëly, Louis Lefébure-Wely und natürlich César Franck, der mit der Zeit als die einzig wahre – „gleich“ Johann Sebastian Bach – als Komponist für die Orgel bekannt wurdePrélude, Fugue et variations hat er Camille Saint-Saëns gewidmet. Die beiden Männer hatten ähnliche Nachwirkungen und Einflüsse, und beide hatten zusammen mit François Benoist am Pariser Konservatorium studiert.

Ein pastorales „Prélude“ eröffnet das Werk mit einer verführerischen Oboen-Kantilene in der Oberstimme. Tournemire kommentierte den Gefühlsgehalt dieses Prélude indem er fragte: „Können Sie sich keinen Hirten vorstellen, der die Schönheiten der Natur besingt …?Eine kurze Brücke von neun Takte freier Akkorde leitet zur strengen „Fuge“ über, die Bachs A-Dur Fuge ähnelt. Ein Pedalorgelpunkt verbindet sie mit den „Variationen“. Dieser letzte Teil kehrt zur Oboe-Kantilene des Prélude zurück, ein „mendelssohnischer“ Kontrapunkt, der sowohl fließend und erfrischend klingt, bringt das Werk zu einem besinnlichen Ende. Francks Kompostion Prélude, fugue et variations ehrt nicht nur heiter anmutig, zusammen mit den anderen fünf Werken in Six Pièces pour le Grand-Orgue, das neue Instrument in Sainte-Clotilde, sondern fügte auch majestätische Klänge zum Repertoire der Orgelkompostionen hinzu.

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Die Registrierung, wie ich sie verwende, und die Stimmverteilung auf die Manuale der Orgel wurde von César Franck vorgegeben, was zumeist in der Spielpraxis der romantischen Orgelmusik auch heißt, dass jede Hand auf einem anderen Manual spielt und die Lautstärke über Schwellkästen bzw. pneumatische Einrichtungen für Crescendo und Decrescendo zu steuern sein sollte. Das alles ist mit der MIDI-Technik allerdings leicht zu realisieren.

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