Bielefeld gibt es nicht

bielefeld gibt es nicht
oder Variationen über das Thema
 
Nicht die Dinge an sich bewegen uns, sondern die Bedeutung, die wir ihnen geben.
 
Von Dietrich Dörner haben wir aus dem Blogbeitrag „Bauplan für eine Seele“ und den darauf folgenden Beiträgen zum gleichen Thema lernen können, dass die Motive, die einen Menschen zum Handeln in und somit zur Wechselwirkung mit seiner Umgebung veranlassen, von seinen fünf Grundbedürfnissen veranlasst werden, als da sind: Existenzerhaltung, Sex, Gesellung, Bestimmtheit und Kompetenz. Ich verweise zur Definition dieser Begriffe auf den verlinkten Blogbeitrag, da ich darauf im Folgenden aufbauen will.
Diese fünf Grundbedürfnisse begründen zwar die Welt der Gefühle und Gedanken des Menschen, sind Grundlage jeder menschlichen Aktivität, ja der gesamten gesellschaftlichen Wirklichkeit, doch definieren sie weder eindeutig bestimmte Ziele noch Ursachen seiner tatsächlichen Handlungen in einer konkreten Situation. Diese biologisch fundierten Motive bilden aber den emotionalen Hintergrund, der dann im konkreten Handlungsprozess definiert, d.h. mit Bedeutungen ausgestattet wird, nämlich dann, wenn Akteure sozial anerkannte Werte schaffen und „subjektive Wertungen“ formulieren. Wie im Gefolge einer sozialen Wechselwirkung neue Bedeutungen und Tatsachen der  gesellschaftlichen Wirklichkeit konstruiert werden, hat Herbert Blumer in seinem Aufsatz „Der methodologische Standort des Symbolischen Interaktionismus“ dargelegt.

Die genannten fünf Grundbedürfnisse sind Ausdruck der emotionalen Offenheit des Menschen, denn sie haben keinen Zwangscharakter wie die Instinkte der Tiere. In einer menschlichen sozialen Gemeinschaft veranlassen sie jedoch im Prozess des symbolischen Interaktionismus die gemeinsame Vereinbarung einer Grundordnung „objektiver“ sozialer und kultureller Strukturen, denn nur wenn Akteure bindende Regeln in ihrer Lebenswelt etablieren, gewinnen sie einerseits Handlungssicherheit (soziale Bestimmtheit) in ihrer selbst geschaffenen gesellschaftlichen Wirklichkeit und nur wenn „objektive Werte“ (moralische Normen) gelten, kann andererseits die „Abweichung“ davon ein „Erlebnis“ bieten, können Individuen ein „Selbstbild“ entwickeln, durch die sie sich von anderen unterscheiden.
Wie schon Dörner darlegte (siehe Blogbeitrag „Dem Apfeln von Aische“) hat mit dem Erwerb der Sprache und der daraus folgenden Fähigkeit zum abstrakten Denken, der Mensch damit beginnen müssen, konkreten Dingen, seinen Bedürfnissen und seinem Tun Bedeutungen für sein Sein in dieser Welt zu unterlegen. Dörner drückt das so aus:
Kaum ein Geschehnis, welches nicht sofort eine Warum-Frage auslöst (und die an der Warum-Frage hängenden Suchprozesse). Kaum ein Ereignis, welches nicht eine Wozu- oder Wohin-Frage und die entsprechenden Suchprozesse hervorruft. Kein Bedürfnis, welches nicht Wie-Fragen erzeugen könnte und die damit verbundenen Such- und Konstruktionsprozesse, Vorstellungsabläufe, Konkretisierungsversuche, Schema- und Komplexergänzungen, kurz: Aktionen zur Schaffung neuer Realitäten. Die Ψscl haben einen aktiven Geist. Ihr Gedächtnis, ihr Bild von der Welt ist nicht mehr nur ein Sediment ihrer Erfahrungen, sondern sie konstruieren dieses Bild selbst und erfinden Hypothesen.
Und Menschen konstruieren freilich auch ihre „objektive Werte“ und „individuellen Einstellungen“ in dem Prozess des „symbolischen Interaktionismus“, ähnlich einem symbolischen Frage-Antwort-Spiel mit ständig neuer „Definition der Situation“. Heinz Abels beschreibt das sehr plastisch im Abschnitt „Self-fulfilling prophecy: Die subjektive Erzeugung einer objektiven Zukunft:
 
Nach der Theorie des Symbolischen Interaktionismus zeigen sich die Menschen durch ihre Sprache und ihr Verhalten wechselseitig an, wie sie den anderen sehen, welche Bedeutung sie einer bestimmten Situation beimessen, wie sie die Effekte ihres Handelns interpretieren und so die Bedingungen des nächsten Handelns definieren.
Gehe ich z. B. mit strahlendem Gesicht auf den jungen Mann, der da gerade kühn die Gummiente aus der Brandung gerettet und dann auch noch den kleinen Jungen getröstet hat, mit den Worten zu „Sie sind aber ein netter Mensch!“, dann ist es ja nicht unwahrscheinlich, dass sich ganz ohne soziologische Reflexion eine Definition der Situation an die andere reiht. Soziologisch: Die beiden produzieren in der Interaktion füreinander fortlaufend symbolische Zeichen und deuten damit an, wie sie den Sinn der Interaktion verstehen. Antwortet der eine z. B. kurz und knapp, das sei nicht der Rede wert, und geht seiner Wege, war’s das wohl. Testet er die Situation dagegen mit den Worten „Finden Sie?!“, definiert er die nächste Situation für den anderen schon als Aufforderung zu einer Antwort. Wie es weitergehen könnte, können Sie sich selbst ausmalen. Im puren Alltag könnte es der Beginn eines Flirts sein, nach der Theorie des Symbolischen Interaktionismus hätten beide im Sinn, zu einer gemeinsamen Definition der Situation zu kommen.

 

Der Soziologe Hans-Joachim Schubert (in der PDF-Datei »Die „Definition der Situation“ und das „Thomas Theorem“«) schreibt:
Die Situation ist der Bestand von Werten und Einstellungen, mit denen sich der einzelne oder die Gruppe in einem Handlungsvorgang beschäftigen muss und die den Bezug für die Planung dieser Handlung und die Bewertung ihrer Ergebnisse darstellt. Jede konkrete Handlung ist die Lösung einer Situation.

  1. Die objektiven Bedingungen, unter denen ein einzelner oder eine Gesellschaft zu handeln hat, d.h. die Gesamtheit der Werte – wirtschaftlich, sozial, religiös, intellektuell usw. –, die im gegebenen Augenblick direkt oder indirekt den bewussten Status des einzelnen oder der Gruppe beeinflussen.

  2. Die bereits bestehenden Einstellungen des einzelnen oder der Gruppe, die im gegebenen Augenblick sein Verhalten tatsächlich beeinflussen. Die ‚Definition der Situation‘, d.h. die mehr oder weniger klare Vorstellung von den Bedingungen und das Bewusstsein der Einstellungen. Die Situationsdefinition ist eine notwendige Voraussetzung für jeden Willensakt, denn unter gegebenen Bedingungen und mit einer gegebenen Kombination von Einstellungen wird eine unbegrenzte Vielzahl von Handlungen möglich, und eine bestimmte Handlung kann nur dann auftreten, wenn diese Bedingungen in einer bestimmten Weise ausgewählt, interpretiert und kombiniert werden und wenn eine gewisse Systematisierung dieser Einstellungen erreicht wird, so dass eine von ihnen zur vorherrschenden wird und die anderen überragt“.

 
Einerseits werden menschliche Handlungen nicht durch „objektive“ Ursachen (kausal) erzwungen, denn in der Regel haben Akteure Handlungsoptionen, können auf äußere Ansprüche (z. B. auf eine Drohung) differenziert reagieren (z. B. durch Angriff oder Flucht), je nachdem wie sie die Handlungssituation interpretieren. Andererseits lässt sich das Handeln der Menschen auch nicht teleologisch auf klare „subjektive“ Zielorientierungen zurückführen, denn häufig bleiben individuelle Handlungen (z. B. ob man angreift oder flieht, wenn eine Drohung besteht) Teil „objektiver“ sozialer Regeln, Traditionen und Gewohnheiten (z. B. der Ehre oder von Gesetzen). Solche stabilen Handlungserwartungen sind Definitionen sich wiederholender Ereignisse und Situationen, die den Interpretationsaufwand für den einzelnen solange minimieren, bis geregelte Handlungsabläufe durch Krisen und Probleme gestört werden. In krisenhaften Situationen bieten jedoch weder „subjektive Ziele“ noch „objektive Werte“ Handlungssicherheit, so dass Akteure nach der Methode Versuch und Irrtum bzw. kreativ handeln müssen, um überhaupt handeln zu können.
Wenn die Gewohnheiten reibungslos laufen, so lässt die Aufmerksamkeit nach; sie arbeitet nicht mehr. Wenn aber etwas passiert, das den Gang der Gewohnheit unterbricht, so wird die Aufmerksamkeit auf den Plan gerufen und bringt eine neue Verhaltensform hervor, durch welche die Krise überwunden wird“ (William Isaac Thomas: „Person und Sozialverhalten“ – Neuwied a. Rh., Luchterhand, 1965, Seite 288).
Besonders in Krisensituation ist das Handeln zwar bewusst auf konkrete Handlungsprobleme gerichtet, aber nicht auf ein Ziel innerhalb eines umfassenderen Lebensplanes, denn wenn sowohl objektive Werte als auch subjektive Ziele nicht mehr im gewohnten Rahmen realisiert werden können, werden alle Handlungen darauf gerichtet, die aktuelle Situation neu zu definieren und sich einen neuen Handlungsrahmen zu schaffen. Eine Neudefinition einer Situation dient also nicht prinzipiell dazu, einen individuellen Nutzen zu maximieren oder realisieren zu wollen, denn Definitionen können sich auch auf Bindungen an kulturelle Werte und emotionalen Bindungen an sozialen Normen ausrichten, also auf Handlungsprobleme, für deren Lösung individuelle Nutzenkalkulationen eine untergeordnete oder keine Rolle spielen.
Dass in Krisensituationen subjektive Definitionen weder Ausdruck sozialer Normen sind noch den Rahmen für subjektives, rationales Handeln bilden, macht Thomas am Verhalten eines psychisch kranken „Mörders“ deutlich, der Menschen umgebracht hat, „welche die unglückliche Angewohnheit hatten, auf der Straße mit sich selbst zu reden. Aus ihrer Lippenbewegung schloss der Mörder, dass sie ihn beschimpfen und er benahm sich so, als ob dies wahr wäre. Wenn die Menschen Situationen als real definieren, so sind auch ihre Folgen real“ (William Isaac Thomas: „Person und Sozialverhalten“ – Neuwied a. Rh., Luchterhand, 1965, Seite 114). Dieser Satz ist in der Soziologie als das „Thomas Theorem“ berühmt geworden, es besagt – erstens –, dass objektive Handlungsstrukturen und Ereignisse (hier Lippenbewegungen) von Akteuren ganz unterschiedlich definiert werden können (z. B. auch als Beschimpfung) – zweitens –, dass Akteure ihre Handlungen aufgrund ihrer Situationsdefinition ausrichten (z. B. einen Mord begehen, weil sie glauben, das sie beschimpft wurden) und drittens, dass die Handlungen, die der Definition der Situation folgen, reale Folgen haben (z. B. Tod und Gefängnis).
Dr. Sylvia Terpe (Uni Halle-Wittenberg) verkürzt das in „Die Schaffung sozialer Wirklichkeit durch emotionale Mechanismen“ so:
Zusammenfassend kann also festgehalten werden, daß Gesellschaft nicht als Struktur, sondern nur als Prozeß abgebildet werden kann. Situationsdefinitionen ergeben sich aus der kontinuierlichen Aushandlung von Perspektiven. Wirklichkeit ist demnach sozial konstruiert und wenn sie stets ein und dieselbe Form annimmt, dann nur deshalb, weil die aushandelnden Interaktionspartner stets zu denselben Lösungen gelangen.
Freilich wird der Sinn, der einer „Definition der Situation“ zugrunde gelegt wird, nicht immer wieder neu zwischen der Interagierenden verhandelt, sondern wird in stabilen Zeiten bevorzugt dem kulturellen Gedächtnis der sozialen Gemeinschaft entlehnt, so wie auch beim Einzelnen immer zuerst das Unterbewusstsein nach auf die konkrete Situation passende Handlungsschablonen durchsucht wird, das steigert die Effizienz des Such-Prozesses nach passenden Lösungen .
 
Hubert Knoblauch schreibt in der PDF-Datei „Wissen“:
Der Sinn […], an dem sich die Handelnden orientieren, muss keineswegs immer von ihnen erfunden werden. Ganz im Gegenteil steht ihnen ein Reservoir an Sinn zur Verfügung, wie etwa […] der Protestantismus oder der Katholizismus – um nur zwei institutionell starke bestimmte Formen des Sinns zu nennen. Auch wenn diese Orientierungen das subjektive Handeln leiten, handelt es sich dabei also keineswegs um rein subjektive Bestände, sondern um Sinn, den die Handelnden über andere beziehen, der also sozial vermittelt ist. Diesen vermittelten und vermittelbaren Sinn nennen wir „Wissen“. „Wissen“ sollte man also im soziologischen Sinne nicht als etwas ansehen, das einen privilegierten Anspruch auf Wahrheit und Wirklichkeitsgeltung erhebt, wie dies seit der Aufklärung der Fall ist. Für die Wissenssoziologie ist Wissen vielmehr etwas, das die Akteure für wahr oder wirklich halten. Ob diese Meinung zutrifft, ist aus der Sicht der Wissenssoziologie nicht zu entscheiden – ja, sie ist auch nicht einmal bedeutsam. Denn gemäß dem „Thomas-Theorem“ geht die Wissenssoziologie davon aus, dass das, was die Menschen für wirklich halten, auch in seinen Folgen (ver-)wirk(licht) wird – denn Wissen ist das, was Handeln leitet. Die Unterschiedlichkeiten des Wissens erklären dann die Verschiedenheit der Handlungen und ihrer Folgen. Genauer gesagt: Wissen ist der sozial vermittelte Teil des Sinns, der Handeln leitet. Wenn man die menschliche Wirklichkeit als etwas ansieht, das erst dadurch, dass es für die Menschen von Sinn erfüllt ist und von den Menschen mit Sinn gefüllt wird, eine Wirklichkeit für sie ist, dann könnte man dieses Wissen auch als Kultur bezeichnen: Also den sinnhaft ausgeleuchteten Teil der Wirklichkeit, der im Handeln der Menschen einen herausragenden Status als „Wirklichkeit“ bestätigt.
Es ist dieser Gedanke, den Peter Berger und Thomas Luckmann in ihrer „wissenssoziologischen Abhandlung“ zum grundlegenden Tatbestand erklären: Die „Wirklichkeit“, in der wir uns bewegen, ist weder einfach gegeben noch eine Illusion des einzelnen Bewusstseins, sondern eine „gesellschaftliche Konstruktion“. Denn was uns als wirklich erscheint und deswegen von uns als Handlungsziel verfolgt, angestrebt oder abgelehnt werden kann, ist etwas, das auch von Anderen als wirklich anerkannt sein muss. Diese Anerkennung braucht jedoch nicht als rationale Einsicht erfolgen. Ganz im Gegenteil: Das Unausgesprochene, das Gewohnheitshandeln, der „Habitus“ und die „Institutionen“ spielen eine entscheidende Rolle in dem, was wir für wirklich halten – und was wir wissen.
Wenn wir von Wissen reden, haben wir es mit sozial konstruiertem Sinn zu tun. Zwar ist Wissen natürlich Sinn, Sinn aber ist nicht unbedingt Wissen. Wissen ist derjenige Sinn, der objektiviert, vermittelt und dann internalisiert werden kann. Als internalisierter ist er zwar wieder – wie genau, bestimmt, klar und glaubwürdig auch immer – Sinn; als objektivierter aber nimmt er eine Form der Intersubjektivität an, die man auch mit dem Begriff der Bedeutung bezeichnet.
Ich stelle gerade fest, dass zwar der Begriff „Thomas-Theorem“ bereits in meinem Beitrag auftauchte, doch was genau er für die Soziologie bedeutet ist noch nicht gesagt worden. Ich zitiere dazu aus Michael Jäckel in „Soziologie (Thomas-Theorem)“:
Hartmut Esser, der sich vor einigen Jahren sehr ausführlich mit den Implikationen dieses Theorems auseinandergesetzt hat, stuft es als eine der „Grundüberzeugungen der Soziologie“ ein. Bevor einige Beispiele genannt werden, soll verdeutlicht werden, warum es sich dabei um eine Grundüberzeugung handeln muss. Unser Handeln findet immer – insofern darf man dies auch als triviale Beobachtung einstufen – in bestimmten Situationen statt. Würden wir diese Situationen zu jeder Zeit und unabhängig von unserer Gefühlslage, unseren Lebensbedingungen und Motivationen stets gleich interpretieren, wäre der Hinweis auf eine Definition der Situation entbehrlich. Handeln wäre dann nicht mit einem subjektiv gemeinten Sinn verbunden, es käme einem Automatismus gleich, einer submotivational gesteuerten, mechanischen Reaktion. Bevor wir handeln, findet also immer (oder meistens) ein kognitiver Prozess statt, der die Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen, vorstrukturiert bzw. klassifiziert. Gleichzeitig verbindet sich mit dieser Art von Wahrnehmung auch eine Einstufung der Relevanz der aktuellen Gegebenheiten. Dabei reduziert sich der Wirkungsradius dieser Definition der Situation nicht nur auf einen bestimmten Zeitpunkt, die Definition schlägt sich insbesondere auch in den Konsequenzen unseres Handelns nieder.
Eine objektiv falsche Situationsdefinition (eine liquide Bank wird als nicht-liquide eingestuft) führt zu einer nachträglichen Bestätigung der ursprünglichen Erwartung. Daraus hat Merton seine berühmte Self-fulfilling Prophecy abgeleitet. Die Definition lautet: „Die self-fulfilling prophecy ist eine zu Beginn falsche Definition der Situation, die ein neues Verhalten hervorruft, das die ursprünglich falsche Sichtweise richtig werden lässt. Die trügerische Richtigkeit der self-fulfilling prophecy perpetuiert die Herrschaft des Irrtums.“ Im amerikanischen Original heißt es sehr treffend: „The prophecy of collapse led to it’s own fulfillment.
Für die soziologische Forschung ergibt sich daraus eine wichtige Schlussfolgerung: Es geht nicht darum zu beurteilen, ob jemand richtig oder falsch gehandelt hat, sondern, um einer Definition von Max Weber (1864-1920) vorzugreifen, das Handeln der Menschen in Ablauf und Wirkungen ursächlich zu erklären.
Jedenfalls können Prophezeiungen in der Welt des Sozialen ganz andere Folgen nach sich ziehen als beispielsweise in den Naturwissenschaften. Treffend stellt daher Merton fest: „Dies ist ein den Menschendingen eigentümliches Phänomen. In der von der Hand des Menschen unberührten, natürlichen Welt kommt es nicht vor. Vorausberechnungen der Wiederkehr des Halleyschen Kometen beeinflussen nicht seine Umlaufbahn.“
Für die Self-fulfilling Prophecy gilt, dass die Konsequenzen des Handelns nicht unmittelbar wahrgenommen werden. Das Resultat stellt sich als das Ergebnis der gleichgerichteten Entscheidungen vieler heraus. Dieses Ergebnis ist aus der Sicht des Einzelnen keineswegs intendiert bzw. beabsichtigt.
Dass das Thomas-Thorem auch in den Mechanismen der Politik eine große Rolle spielt, kann nun eigentlich nicht mehr verwundern. Und so beschäftigt sich Werner J. Patzelt in „Nutzungsmöglichkeiten der Evolutionsforschung für die Politikwissenschaft“ auch mit dem Glauben an rein fiktive Wirklichkeiten, der sich durch den Prozess der „Definition der Situation“ in den Köpfen von Politikern entwickeln kann :
Dabei ist es durchaus nicht immer sträfliche Ignoranz, nachlässiges Denken oder böser Wille, was zur geistigen Konstruktion rein fiktiver – und beim realen Handeln oft mit schlimmen Folgen zu benutzen versuchter – Wirklichkeiten führt. Seit dem Aufblühen der Evolutionären Erkenntnistheorie im Anschluss an die bahnbrechenden Arbeiten von Konrad Lorenz wissen wir noch besser als schon Immanuel Kant, auf welche Weise bereits die uns angeborenen Wahrnehmungskategorien das Bild der von uns aufgefassten gesellschaftlichen Wirklichkeit verzeichnen und verzerren. Die Störungen reichen beispielsweise von der stets allzu nahe liegenden Deutung von Konsekutivität [aufeinander folgend, weiterführend] als Kausalität bis hin zur Extrapolation von Zusammenhängen, die im sozialen Mesokosmos beobachtbar sind, auf vermutete Eigenschaften auch von sozialen Makrostrukturen oder Mikrostrukturen.
Aus allen diesen Quellen entstand das, was Konrad Lorenz das fatalste menschliche Privileg nannte: nämlich das Privileg des Glaubens an den reinen Unsinn. Die politische Form dieses menschlichen Privilegs, reinen Unsinn glauben zu können, nennen wir gemeinhin Ideologie. Und wer wollte bezweifeln, dass vielerlei politischen Gestaltungsversuchen nun tatsächlich Ideologie unterschiedlichen Grades zugrunde liegt: Ideologie in starker Form beim Aufbau totalitärer Regime, Ideologie in schwacher Form beim Streit über politische Konzepte.
Und selbst in der Wirtschaft, einem Gebiet des angeblich von sachlichen Zahlen und der Mathematik von Gewinn und Verlust wird mehr als gemeinhin vermutet von diesem Glauben an den reinen Unsinn beherrscht. Karl-Heinz Brodbeck schreibt in „Kreativität und Gewohnheitsbildung im Wirtschaftsprozess“:
Die von der physikalischen Mechanik unterstellte Trennung zwischen Theorie und Gegenstand lässt sich nicht einmal für die Physik aufrechterhalten. Je mehr wir uns lebenden Systemen und kognitiven Strukturen zuwenden, desto weniger kann das Denkmodell vom untersuchten Gegenstand getrennt werden. Mechanische Modelle sind schon bei komplexeren Systemen ungeeignet, sie versagen – wie Ilya Prigogine gezeigt hat – bei dissipativen Systemen vollständig; hier kann auch das Wahrscheinlichkeitskalkül nicht angewendet werden, das bei einfacheren stochastischen Prozessen noch hier sinnvolle Ergebnisse liefert. Für kognitive Strukturen in der Psychologie, der Pädagogik oder der Sozialpsychologie schließlich haben mechanische Modelle weitgehend versagt. Pawlow und Skinner haben zwar in den USA noch zahlreiche Anhänger, doch seit Chomsky am Beispiel der Sprache die Unhaltbarkeit von Reiz-Reaktions-Modellen gezeigt hat, wird der Behaviorismus eigentlich nur noch von einer Gruppe von Forschern akzeptiert: von einigen Ökonomen.
Zwei Mechanismen, die er in seinem Artikel erläutert, macht er für die für die Unberechenbarkeit der Wirtschaft geltend:
1) Prognosen scheitern aufgrund ihrer Veröffentlichung, das haben wir bereits während der Finanzpleiten und durch die (Fehl)-Prognosen der Ratingagenturen erfahren
2) Mechanischen Reaktionen stehen kreative Reaktionen gegenüber […] Eine Firma kann auf sinkende Güterpreise mit einer Verminderung des Angebots entlang seiner Grenzkostenkurve reagieren; sie kann aber auch das Produkt vom Markt nehmen und durch eine Innovation ersetzen. Das kommt in der Wirklichkeit jeden Tag vor, in neoklassischen Lehrbüchern bestenfalls in der Einleitung. Kreativität kann man aber nicht prognostizieren; das wäre ein logischer Widerspruch. Also ist hier ein mechanisches Modell immer Fehl am Platze.
Brodbeck schreibt:
Diese vorgebrachten Einwände sind eigentlich nur eine andere Formulierung der Kernaussage des Liberalismus: Menschen sind frei in ihren Entscheidungen. Und der einzige wissenschaftliche Satz über die menschliche Entscheidungsfreiheit lautet: Es kann keine Theorie freier Entscheidungen geben. Die stochastischen Modelle schreiben einen Ereignis-Raum als gegeben vor. Dann kann man für jedes Ereignis eine Wahrscheinlichkeit angeben und wenigstens für eine große Masse von Fällen Erwartungswerte formulieren. Dieser Ansatz vergisst aber die Möglichkeit einer kreativen Reaktion. Menschen verändern mit ihrer Wahrnehmung auch die Alternativen des Ereignisraumes. Wenn man also nicht leugnet, dass Kreativität, Innovationen und Veränderungen von Erwartungen durch neue politische, religiöse, soziale oder kulturelle Denkformen zum Alltag einer modernen Gesellschaft gehören, dann lässt sich die Einsicht nicht vermeiden: Die axiomatische Beschreibung wirtschaftlichen Handelns in der mechanischen Sprache einer Arrow-Debreu-Welt hat bei aller formalen Eleganz nur einen Nachteil: Sie hat nichts mit der Wirklichkeit der Wirtschaft zu tun. Das ist der eigentliche Grund, weshalb Prognosen in der Wirtschaft immer wieder auf dramatische Weise scheitern.
Innovationen, neue wirtschaftspolitische Konzepte, kommunikative Prozesse, Veränderungen von Gesetzesnormen, ein Wandel der Konsum- und Lebensstile usw. – all dies wird in der mechanischen Ökonomie als exogene Datenänderung beschrieben. Ich drehe den Spieß um und betrachte diese „Ausnahme“ dagegen als Regel. Menschen können sich wenigstens prinzipiell frei entscheiden; Menschen verfügen über kognitive und kreative Fähigkeiten; sie reagieren auf Veränderungen ihrer Situation nicht einfach mit einer quantitativen Anpassung, sie verändern ihr Selbstbild, verändern ihren Lebens- und Konsumstil, führen vor allem in Unternehmen neue Techniken, neue Managementkonzepte, neue Organisations- und Vertriebsstrukturen ein.
Doch spätestens bei Prognosen bemerkt man, dass man nur ein Foto eines ganzen Films erwischt hat. Und aus einem Foto kann man nicht die Handlung eines Spielfilms prognostizieren. „Regisseure und Schauspieler“ sind in der Wirtschaft aber nicht weniger als Millionen von „Aktoren“.
Man kann das Gehirn, wie das Gerald Edelman vorgeschlagen hat, auch so beschreiben, dass es im Bruchteil von Sekunden unentwegt Handlungsprogramme entwirft, die dann – das sind die Denkprozesse – auf die sinnliche Wahrnehmung projizieren und jene Muster ausgewählt werden, die „passen“. Dies sind die vielfältigen, kleinen kreativen Prozesse im Alltag, mit denen wir eine Vielzahl von neuen Informationen verarbeiten. Die Vorstellung, dass man dies durch eine schlichte Input-Output-Struktur beschreiben kann, ist nicht nur naiv, sondern auch empirisch ganz einfach zu widerlegen. Erstens reagieren die Menschen auf veränderte Situationen sehr unterschiedlich, weshalb es sich verbietet, so etwas wie „eine Durchschnittsreaktion“ als Präferenzfunktion zu definieren. Zweitens reagieren Menschen keineswegs monoton. Wer gestern so, kann heute ganz anderes reagieren, und vielfach überraschen uns die Reaktionen anderer, manchmal auch unsere eigenen. Und drittens kopieren wir Reaktion von anderen – an einer Schule oder Universität ist das erwünscht, denn das nennt man lernen.
Die Vorstellung von atomisierten Entscheidungsträgern mit gegebenen Präferenzen, gelenkt von Quasi-Naturgesetzen, ist etwas naiv und wurde auch wiederholt kritisiert, so bereits im 19. Jahrhundert von Bruno Hildebrandt. Im modernen Medienzeitalter ist die Vorstellung atomisierter Aktoren schlichtweg unhaltbar. Auch keine Firma, die ihre Produktionsabläufe durch Patentrechte oder durch Geheimhaltung schützt, ist eine isolierte Insel. Sie ist meist den Eigentümern verantwortlich, und die Börse diskutiert unaufhörlich die Handlungsprogramme der Firmen und ihren Erfolg, d. h. die strategischen Konzepte, die Produktpolitik, die Personalentscheidungen oder die Kooperationen mit Vertragspartnern. Für private Verbraucher gilt das nicht minder. Der Veblen– oder der Bandwaggon-Effekt sind durch das Konzept des Handlungsprogramms sehr leicht erklärbar und erscheinen nicht als Ausnahme, sondern als Regel. Jeder passt seinen Konsumstil seiner sozialen Umgebung an und kauft vielfach die Produkte, die ihm Freunde empfehlen (oder genau die anderen, um sich von ihnen zu unterscheiden).
Diese Ausführungen Brodbecks zum Veblen- oder Mitläufer-Effekt führen unmittelbar zur Ursache des Entstehens von Kulten in sozialen Gemeinschaften. Das steht deshalb im Zusammenhang mit dem Thema „Thomas-Theorem“, weil das Thomas-Theorem zwar die „realen Folgen“ von Konstruktionen und Situationsdefinitionen beschreibt, aber nicht erklären kann, weshalb Situationsdefinitionen sich stabil als Kult oder Schwarmverhalten manifestieren können.
Damit beschäftigt sich Gerd Antos in „Kulte, Kommunikation, Konsens-Inszenierungen“ [in Stephan Habscheid · Clemens Knobloch (Hrsg.) Einigkeitsdiskurse. Zur Inszenierung von Konsens in organisationaler und öffentlicher Kommunikation)
Dazu ein archetypisches Beispiel, in dem das Entstehen des Begehrens aus dem Geist der Nachahmung deutlich wird: Was ein anderer haben will, muss ich auch haben. Das Begehren steckt an. Beispiel: Das einsame Einzelkind hat kein besonderes Interesse an den Spielsachen im Sandkasten. Es muss sein Schippchen erst in dem Moment haben, und zwar unbedingt, in dem ein anderes Kind danach greift. Der einfache Gedanke: Das Subjekt begehrt nicht umstandslos das Objekt, sondern das Subjekt ahmt das Begehren eines anderen Subjekts nach. Das ist Mimesis, Nachahmung. […] Wenn zwei, drei oder alle sich gegenseitig in ihrem Begehren anstecken, entsteht eine gewaltige Prügelei um das Objekt der Begierde. Das Chaos ist bedrohlich und muss beseitigt werden. (Nordhoff, Eckhard (2005): Der Entmächtiger: René Girards Monotheismus der Gewaltlosigkeit besteht auf der Unschuld unschuldiger Opfer. In: Die Zeit. Zeit-Literatur, Dezember, 4–5. Seite 4)
Darum also geht es uns auch, wenn wir Situationen definieren. Begehren erfasst uns auch dann, wenn es nicht aus einem Bedürfnis, einem Mangelzustand in uns entstanden ist, sondern oft erst dann, wenn ein anderer ein Bedürfnis äußert zu einer Sache oder einem Tun, die auch uns gefallen könnten. Wir Menschen können aus der Nachahmung eines Begehrens oder Tuns einen regelrechten Kult entwickeln. Antos schreibt: »Bielefeld existiert nicht“ ist ein drastisches Beispiel für die ‚autopoietische‘ Genese einer modernen Form von Konsens-Inszenierungen.«
Warum aber gerade Kulte? Es gibt viele Formen von nicht-diskursiver bzw. propositional entleerter Konsens-Bildung, die nicht auf Kulten beruhen. Dazu gehören z.B. Vorurteile und Mentalitäten. Diese sind in der Regel nicht Ergebnis eines expliziten gesellschaftlichen Diskurses, auch nicht Ergebnis diskursiv diskutierter Erfahrungen, sondern tradieren sich als kulturelle Konsensmuster sozusagen hinter dem Rücken der Beteiligten. Dass sie sich wie im Falle der Vorurteile auch sprachlich manifestieren, spricht nicht gegen die Erkenntnis, dass Vorurteile und kulturelle Mentalitäten im Kern nicht-diskursiv zustande gekommene, aber dafür umso wirksamere Formen der Konsens-Bildung sind. Bleibt die Frage: Wie ist dieses Phänomen zu erklären und welche Auswirkungen hat nichtdiskursive Konsens-Bildung und damit die Dominanz des Performativen für eine linguistische Kommunikationstheorie?
[…]
Vor diesem Hintergrund ist die Analyse von Kulten unter zwei Gesichtspunkten interessant:

  1. Kulte sind – anders als viele andere Konsens-Bildungs-Muster – nicht nur propositional weitgehend entleert, sondern auch relativ dauerhaft. Und man kann häufig – wie im Falle des Kults „Bielefeld existiert nicht“ die Genese in statu nascendi [im Entstehen, im Werden begriffen] verfolgen.
  2. Die Genese und die Manifestation von Kulten ist heute in weiten Teilen der Gesellschaft zu einem modischen Massenphänomen und damit selber zu einem ‚Kult‘ geworden. So schreibt z.B. Wikipedia folgenden Bereichen Kultcharakter zu: Kult-Autoren und deren Büchern, Pop-Ikonen, Kultbands, Kultfilmen bis hin zu ‚angesagten‘ Moden, einschließlich deren ironischer Brechung wie beim aktuellen DDR-Kult. Mehr noch: In der Presse, im Internet, in der Werbung oder in bestimmten Subkulturen werden Objekte, Aktionen (z.B. Flash Mob), Personen oder Trends explizit zum ‚Kult‘ erklärt. Diese Entdeckung hat zu einer wichtigen Konsequenz bei der Inszenierung von Konsens geführt: PR-Strategen können kaum der Versuchung widerstehen, Kulte initiieren und instrumentalisieren zu wollen (z.B. „Du bist Deutschland“). Ziel ist natürlich nicht die Erfindung und Distribution von Kulten selbst. Ziel ist vielmehr ein eng damit gekoppelter Effekt: Kulte erzeugen kraft ihrer Ästhetik und Kommunikation Konsens und sind häufig darüber hinaus Kristallisationskerne für Kollektive. Wem es – wie kürzlich geschehen – gelingt, eine alte Sportart wie Handball ‚kultig‘ erscheinen zu lassen, bringt über diese inhaltsleere Konsens-Inszenierung Menschen zusammen. Damit wächst die Übereinstimmung, dass ein alter und bislang kaum beachteter Sport plötzlich ‚wichtig‘ geworden sei – und dies ohne jede inhaltlich orientierte Debatte. PR-Leute würden hier darauf verweisen, dass ein durch Medienpräsenz mitverursachter Image-Wechsel stattgefunden habe.

[…]
Damit komme ich zu meiner These: Alte und neue Kulte sind Kristallisationskerne für die Selbst-Erzeugung von Kollektiven. Mit der Entstehung von und der Teilnahme an Kulten können sich (ansonsten unsichtbare oder unscheinbare) Kollektive als Massen erlebbar machen.
[…]
Diese Überlegungen sind nun eine kommunikationstheoretische Erweiterung der mimetischen Theorie von Girard. Kommunikationstheoretisch ist sie insofern, als hier wie bei Watzlawick oder in der Ethnomethodologie das wirklichkeitskonstituierende Moment der Wechselseitigkeit betont wird. Das „mimetische Begehren“ setzt zwar – wie im Sandkasten-Paradigma – bei der Nachahmung eines Begehrens an. Entscheidend für die Erzeugung sozialen Sinns ist jedoch die Wechselseitigkeit bzw. Reflexivität und die sich daraus ergebende Dynamik der Erzeugung von ‚Realität‘.
[…]
Dieser Ansatz geht über die soziologische Erklärung konstruktiver Wirklichkeitserzeugung hinaus, wie sie etwa im so genannten Thomas-Theorem ihren Ausdruck gefunden hat. Das Thomas-Theorem beschreibt nur die „realen Folgen“ von Konstruktionen, wohingegen Girards mimetische Theorie einen Grund für die Erklärung liefert, nämlich warum etwas kontextfrei scheinbar ‚Nichtssagendes‘ (z.B. die Schippe im Sandkasten, eine Frisur, ein Kleidungsstück oder eine Fahne) plötzlich einen sozialen Wert erhält, zum Fetisch und damit zum Objekt von Leidenschaft und Rivalität werden kann. …
[…]
Mit der Kulterzeugung simulieren und ratifizieren Kollektive nicht nur das Erleben von wechselseitig versicherter Realität. In der rituellen (Re-)Inszenierung von Kulten gewinnt die so erzeugte Realität zugleich Transzendenz. Diese Überhöhung der Wirklichkeit wird insbesondere durch die geschilderte ‚Nachtseite‘ der Konsens-Inszenierung deutlich: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!“, heißt es in einer einschlägigen Redewendung im Deutschen. Hier wird deutlich: Konsens wird zu einem Selbstwert erhoben. Nicht der „Inhalt“ des Konsenses ist wichtig, sondern die soziale Demonstration von Einigkeit durch die Partizipation am Kult.
 
Ein schönes Schlusswort, wie ich meine, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen außer den folgenden Link.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwölf − zehn =