J. S. Bach: Präludium (Toccata) und Fuge B-Dur BWV 560

eingespielt mit Samples der Rieger-Orgel im Konzerthaus Wien.

Diese Sammlung von acht kurzen Orgelstücken die vermutlich Johann Ludwig Krebs (Bachs Lieblingsschüler in Leipzig), komponiert hat, schließe ich nun ab mit einem recht formvollendeten Stück. Das Präludium ist eine richtige kleine dreiteilige Toccata mit improvisiert wirkendem Anfang, Pedalsolo und Wiederaufnahme der Thematik des Beginns in einem verdichteten Satz mit Pedal. Auch die Fuge weist eine geschlossene Form auf, mit zwei durch ein kurzes, überleitendes Zwischenspiel verbundenen Durchführungen. Die zweite setzt zu Engführungen an und mündet in eine ausgedehnte, akkordlich geprägte Schlusskadenz. Andererseits erklingen hier, wie bereits in BWV 556, deutlich hörbare Oktavparallelen, die im strengen Satz verpönt waren!
Dass Bach sehr viel souveräner mit solchen Verstößen gegen die Tonsatzregeln umzugehen wusste, beweist er im Schlussteil der Fuge C-Dur in BWV 564, wo er mit versteckten Quintparallelen alle engstirnigen Nörgler neckt!

Allgemeines über die Sammlung Acht Praeludien und Fugen BWV 553 bis 560 ist im Blogbeitrag Acht kleine Präludien und Fugen (BWV 553–560) zu lesen.

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