J. S. Bach: Concerto G-Dur BWV 592

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00:00 1. Allegro
02:43 2. Adagio
04:39 3. Vivace

Im Concerto G-Dur BWV 592 hat Bach alle drei Sätze eines Konzerts von Prinz Johann Ernst bearbeitet. Die Folge Schnell-Langsam-Schnell entspricht ganz dem italienischen Konzert-Stil. In der Originalfassung für Solo-Violine, Streicherensemble und Basso continuo sind die Sätze Allegro assai, Adagio und Presto è staccato überschrieben. Das jeweilige Eingangsthema der Rahmensätze kehrt ritornellartig ständig wieder. Die Manualwechsel bei den häufigen Übergängen vom Solo zum Tutti und umgekehrt sind von Bach organisch in den Stimmenfluß eingefügt. Hauptthema und Episoden unterscheiden sich in diesem Satz durch jeweils eigenständige Motive. So entsteht ein Eindruck farbiger Abwechslung. Durch den Einsatz des Doppelpedals unterstreicht Bach die Klangdichte des Hauptthemas gegenüber den transparenten Concertino-Episoden. Die Streicherthematik und -motivik des Originals belebt er durch eine Artikulation, die der Orgel angemessen, wenn auch sonst ungewohnt ist, und er fügt an manchen Stellen eigene Töne oder sogar weitere Stimmen hinzu, um eine größere Spannung zu erzielen.
Der zweite Satz ist – ähnlich wie in BWV 596 – ein Solo, umrahmt von einer auf dem Oberwerk zu spielenden Tutti-Ein- und Ausleitung. Wie bereits die Solo-Episoden im ersten Satz gestaltet Bach dieses auf dem Rückpositiv zu spielende Solo häufig zweistimmig aus, sodass sich an manchen Stellen eine ungewöhnliche Fünfstimmigkeit ergibt: zwei Solo-, zwei Begleitstimmen und Basso continuo. Das Thema mit Punktierungen, Oktav-Imitationen, Sequenzen und kadenzierenden Phrasenenden wirkt ganz dem italienischen Stil eines Vivaldi oder Corelli nachempfunden.
Der dritte Satz schließlich ist wieder von ritornellartiger Anlage und stark von virtuoser, violinistischer Figuration und Artikulation geprägt; Bach formt insbesondere die im staccato geworfenen Violinrepetitionen einfallsreich in orgelgerechte Figuren um und komponiert sogar einige Takte neu hinzu. Dabei zeigt sich deutlich, daß er den Streicherstil genau kannte und gegebenenfalls auch geeignete Elemente beibehielt. Manualwechsel anläßlich der Tutti-/Solo-Kontraste hat Bach nicht markiert. Sie sind in diesem Satz technisch nur schwierig auszuführen. Vermutlich genügte der Einsatz des Pedals sowie die regelmäßigen Sechzehntelketten zur Charakterisierung der Tutti-Abschnitte gegenüber den zweistimmigen Solopartien beim Spiel des Satzes auf nur einem Manual.

Über Bach, seine Musik und eine Analyse dieses Orgelwerks:

Ich habe bereits eine andere Version der Registratur dieses Concerto versucht, ich hoffe, diese Version ist nun optimal, da mir die Samples der Rieger-Orgel im Konzerthaus Wiens wesentlich mehr Möglichkeiten der Registratur dieses Orgelwerkes bot.

Die erste Version dieses Bachschen Orgelwerkes habe ich mit Samples der historischen Orgel in Forcalquier eingespielt. Ich empfehle zum Anhören gute Kopfhörer mit hohem Dynamikumfang.

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