J. S. Bach: Toccata und Fuge F-dur BWV 540

  1. 00:08 Toccata (Weimar 1708 – 1717)
  2. 08:26 Fuge (Köthen 1717 – 1723

Im Beitrag J. S. Bach: Toccata und Fuge F-dur BWV 540 habe ich schon fünf andere Versionen einer Registratur dieses Orgelwerkes versucht, ich hoffe, diese Version ist nun die optimale, da mir die Samples der Rieger-Orgel im Konzerthaus Wiens wesentlich mehr Möglichkeiten der Registratur dieses gewaltigen Orgelwerkes bot.

Über Bach, seine Musik und eine Analyse dieses Orgelwerks:


Maarten ‘t Haart schrieb in seinem Buch „Bach und ich“: „Von den Toccaten finde ich die in F-Dur am schönsten. Was für eine gewaltige Komposition! Als führe ein Orkan in eine Kirchenorgel.“ Ich möchte hinzufügen: diese Toccata könnte man, rein akustisch betrachtet, als Heavy Metal des Barock bezeichnen, nur ist sie wesentlich kunstvoller gearbeitet als z.B. die Songs von Manowar oder Rhapsody.

„I like smoke and lightning
Heavy metal thunder
Racin’ with the wind
And the feelin’ that I’m under“

Steppenwolf: Born to Be Wild

 

Die Fuge hingegen strahlt friedvolle Ruhe und gelassene Heiterkeit aus: die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig. Das fugierte Thema (oder der Fluss in Hermann Hesses Siddhartha wie auch bei Heraklit) ist das Symbol für das ewig sich Verwandelnde und gleichzeitig das ewig Seiende. Worte können die Gefühle, die diese Fuge in mir auslöst, nur unvollkommen ausdrücken, dem Verstand begreifbar machen. Ich, so sagt es der weise Diener Leo in Hermann Hesses „Morgenlandfahrt“, halte es mit Siddhartha, unsrem weisen Freund aus dem Osten, der einmal gesagt hat: „Die Worte tun dem geheimen Sinn nicht gut, es wird immer alles gleich ein wenig anders, ein wenig verfälscht, ein wenig närrisch – ja, und auch das ist gut, auch damit bin ich einverstanden, daß das, was eines Menschen Schatz und Weisheit ist, dem andern immer wie Narrheit klingt.

 


Siehe auch meine etwas grobschlächtigere Fassung mit Samples der historischen Orgel von Forcalquier (Südfrankreich) und meinen früheren Beitrag über dieses Orgelwerk mit anderen Orgel-Versionen und Registraturen.

 

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