Buxtehude: Praeambulum a-moll BuxWV 158

Buxtehudes „Praeambulum a-moll BuxWV 158” (auch als „Präludium und Fuge a-moll” bekannt) habe ich mit Samples der Riegerorgel im Großen Saal des Konzerthauses Wien (Vienna Konzerthaus Organ) eingespielt.

Thema und Themavariante:

I. 4/4, T. 1—16. Präludium.

Imitierender toccatenbetonter Satz mit einleitender Apostrophierung, ausmündend in akkordisch gestaltete Kadenz mit unterbrechenden Pauseneinlagen und Reperkussion.

II. 4/4, T. 17—59. Fuge.

Die erste Durchführung zeigt eine ungewöhnlichere Anlage mit Dux und Gomes wechselweise in den Ober- und Unterstimmen als zweistimmiger Quintkanon. In den folgenden Durchführungen wird nach einer mehr sporadisch auftretenden Ergänzungsstimme (T. 26) und nach Engführung des ersten Themateiles

ein neues zweites Thema eingeführt, das gleichzeitig mit dem ersten Thema im Doppelfugato geführt wird mit Modulation zur und Themaeinsätzen in der Paralleltonart.

III. 6/4, T. 60—77. Fugato.

Wie die vorige Fuge weisen die Durchführungen einen von der gewöhnlichen Fuge abweichenden Aufbau auf. Das von Anfang an enggeführte Thema ist ohne Kontrasubjekt, was einen durchgängig zweistimmigen Satz ergeben hätte, wenn nicht vom vierten Themaeinsatz der ersten Durchführung an noch ein Thema eingeführt worden wäre, das in der Satzentwicklung eine harmonisch stützende Aufgabe erhält.

 

 

 

 

 

Im letzten Teil des Fugatos wird der erste Teil des Themas in diskantbetontem Satz geführt, während der zweite Teil des Themas mit seinen unterbrechenden Pauseneinlagen der unterliegenden akkordisch stützenden Gestaltung in kadenzierenden Abschnitten mit Modulation zur Paralleltonart und abschliessender Kadenz in der Subdominante zugrunde liegt.

 

Eine ähnliche Gestaltung findet man bei Tunder,

IV. 4/4, T. 78—83. Coda

Improvisatorischer Toccatensatz mit Anknüpfung an das Präludium.
Es ist eine deutliche Übereinstimmung zwischen Erg. 1 und 2 erkennbar: dieselbe Form, ähnliche Anlage der Präludien- und Codasätze, die auch ge­genseitig an einander anknüpfen, reale Antwort und modulierender Fugentyp.

zitiert aus
Josef Hedar:
„Dietrich Buxtehudes Orgelwerke“,
Frankfurt a. M., 1951, S. 171-173]


Das Präambulum BuxWV 158 habe ich im folgenden Video mit Samples der historischen Orgel in Forcalquier eingespielt. Dem kurzen Orgelstück habe ich  Bilder der barocken Pfarrkirche Maria Schnee in Schleid/Rhön unterlegt, die ich während einer Fahrradtour durch die Voderrhön aufgenommen habe, die Kirche war als Fahrradkirche gekennzeichnet – der Ulsterradweg führt hier vorbei.

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