Sergej Rachmaninow: Prelude op. 23 Nr. 1 fis-moll

Zu den schwärmerisch zarten Landschaftsgemälden eines Isaak Lewitan (gest. 1900) passt die duftende Stille des 1. Stückes fis-Moll (Largo, 4/4). Sein Thema strahlt Weite und Ruhe aus; doch aus der Kontemplation findet Rachmaninow den Weg zu einer machtvollen Gipfelung, die sich über leuchtende Harmonien all­mählich wieder abbaut. [Christof Rüger, 1979]

Mit Samples „The Hammersmith Pro“ eines Steinway-Konzertflügels eingespielt.

Ferruccio Busoni: Kammerfantasie über Bizet’s Carmen, BV 284

(Sonatina Nummer 6)

Busoni veröffentlichte insgesamt sechs Sonatinen für Klavier. Die ersten fünf komponierte er zwischen 1910 und 1918. Sie sind Schlüsselwerke seines Bemühens, eine neue, faustische Musiksprache zu schaffen, was übrigens auch den Absichten, die damals Arnold Schönberg verfolgte, ähnelte. Diese Reihe nun 1920 mit einer altmodischen Liszt-Opernphantasie, der „Sonatina super Carmen“ abzuschließen, haben daher viele Kritiker und Interpreten als unpassend empfunden. Aber vor der Kulisse seiner aufgewühlten Zeit, die von heftigen politischen Umbrüchen durchzogen war, die sich wiederum in schnell wechselnden ästhetischen Gegenströmungen widerspiegelten, erscheint sie als musikalisches Manifest, als Bestätigung der anti-wagnerischen Bewunderung Nietzsches für Bizets Carmen und als Verwirklichung von Nietzsches Appells zur „Mediterranisierung der Musik“. Weiterlesen

Feruccio Busonis Bearbeitungen von Werken Johann Sebastian Bachs

Eine Analyse von Toccata und Fuge d-moll BWV 565 und meine Interpretation der originalen Fassung für Orgel kann der daran interessierte Leser in diesem Blogbeitrag lesen.

Dieses Werk, als auch die weiter unten folgenden Werke habe ich mit Samples eines Stainway-Konzertflügels – The Hammersmith Pro – eingespielt. Die originale Fassung für Orgel:

J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565

Über meine Einspielung der Klavierfassung Busonis von Chaconne d-moll BWV 1004 habe ich in diesem Blogbeitrag geschrieben.

Einige meiner Einspielungen der Klavierfassungen Busonis von Bach’schen Choralvorspielen und über Leben und Werk Ferrucio Busonis folgen nun:

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Frédéric Chopin: Zwei Préludes op. 28

Der Beiname des Stücks nimmt Bezug auf eine von Chopins Partnerin George Sand überlieferte Episode, wonach Chopin in Abwesenheit seiner Familie wegen eines heraufziehenden Unwetters große Ängste ausgestanden haben soll. Aufgrund seiner Klangfarben und atmosphärischen Schwankungen (Des-Dur, Cis-Moll, Des-Dur) wurde das 15. Prélude häufig mit dieser Überlieferung Sands in Verbindung gebracht, insbesondere aufgrund der Ostinati, die das Werk durchziehen und beim Zuhörer leicht den Eindruck erwecken können, es handle sich um fallende Regentropfen. Chopin selbst hat diese Interpretation des Préludes jedoch nach bisherigen Erkenntnissen nie bestätigt. George Sand berichtet hierzu: Weiterlesen

Buxtehude: Ein feste Burg ist unser Gott, BuxWV 184

Die MP3-Datei mit der, gegenüber dem YouTube-Video qualitativ besseren Bitrate von 320 kBit/s:

Wer dieses Choralvorspiel unaufmerksam hört, wird sich fragen müssen, was denn dieses Choralvorspiel mit dem Kirchenlied Luthers zu tun habe, da man dessen Melodie weder im Cantus firmus noch in den anderen Stimmen kaum erkennen könne. Aber diese Melodie ist durchaus im Cantus Firmus verborgen, wenn auch die Melodie sehr ornamentreich umspielt wird:

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Moments musicaux

Dieses zweite (As-Dur, Andantino, ABA) ist durch starke Gefühlsausbrüche geprägt. Ein sich weich wiegender Rhythmus und klangliche Wärme erzeugen im A-Teil pastorale Stimmung. Das ziellose Pendelmotiv ist das Motiv des verlorenen Wanderers, das einen Großteil der Werke Schuberts prägt. Von persönlichem Schmerz kündet der sangliche fis-Moll-Mittelteil. Fis-Moll ist die Todestonart der Romantik. Die schmerzvolle Stimmung steigert sich dramatisch bis zum Ende des Abschnitts.

Seine Finger gleiten über die Tasten. Draußen heult der Brandenburger Herbstwind. Schuberts «Moments musicaux» passen wunderbar zu dieser Stimmung. Er hat die Stücke immer geliebt, wird ihnen aber dem eigenen Empfinden nach selten gerecht. Auch heute nicht. Frustriert steht er vom Flügel auf und erinnert sich spontan an ein Zitat des großen Pianisten Alfred Brendel, das er unlängst in einer Fachzeitschrift gelesen hat: «Musik kann dramatisch sein und lyrisch. Bei einer guten Komposition ist immer auch der Verstand da. Der Verstand ist der Filter», hat Brendel gesagt. «Aber stimmt das eigentlich?», denkt Axel und schaut nachdenklich aus dem Fenster. Seine Freundin kommt aus der Bibliothek. «Woran denkst du gerade, Axel?» «Ach, weißt du, Liebes, ich dachte nur, dass die Musik vielleicht die einzige Kunstform ist, die sich der Analyse entzieht. Die sich etwas zutiefst Mysteriöses bewahrt.» Plötzlich hat er eine fabelhafte Idee für ein neues Gedicht. Doch das muss warten. Er hat ja heute noch diesen unseligen Termin. Eine Stunde später trägt er eine Mütze mit der Aufschrift «Fackelmann» und sitzt vor einer grünen Wand im Studio der «ultimativen Chartshow». Jemand ruft: «Und bitte!» Axel schaut in die Kamera und sagt: «Jut, die ham nich selber jesungen! Aber weeßte was: Ick fand Boney M. trotzdem knorke!» Dann bittet ihn der Regisseur, den Refrain von «Daddy Cool» laut mitzusingen. Wie es in ihm drin aussieht, wird nie jemand erfahren.

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François Couperin („Le Grand“): Zwei Orgelmessen

Ausschließlich mit Samples der Orgel aus der Kathedrale zu Forcalquier in Südfrankreich eingespielt.

Die beiden Orgelmessen veröffentlichte François Couperin im Jahr 1690 als seine beiden ersten Werke. Er hatte sie bereits im Alter von 21 Jahren komponiert. Am 2. September 1690 war dem 22jährigen ein königliches Privileg erteilt worden, das es ihm erlaubte, handschriftliche Kopien seiner aus zwei Messen bestehenden Pièces d’orgue zu veröffentlichen. Bei diesen Messen handelt es sich um eine, die Gemeindekirchen (Messe des paroisses) an hohen Festtagen verwenden können, und um eine weitere, die sich für Mönchs- und Nonnenklöster (Messe pour les convents) eignet. Lalande lobte seinerzeit die Werke seines Schützlings wie folgt: „Ich bescheinige hiermit, dass ich die gegenwärtigen Stücke für die Orgel des Sieur Couperin examiniret habe … diese als sehr fein ansehe und für wert befinde, an die Öffentlichkeit gegeben zu werden.“ Mit diesem Werk begann die erfolgreiche Karriere eines Komponisten, der einer der berühmtesten Lehrer und Komponisten des Königreiches werden sollte. Weiterlesen

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