Buxtehude: Praeludium a-moll BuxWV 153

Ich habe das Präludium a-moll BuxWV 153 von Dieterich Buxtehude mit Samples der Riegerorgel des Großen Saals im Konzerthaus Wien (Vienna Konzerthaus Organ) eingespielt.

Das Werk besteht aus 4 Abschnitten (nach Josef Hedar:

  • Das Praeludium beginnt in einer einzigen Stimme und geht kanonmäßig von Stimme zu Stimme mit abschließender klaviermäßiger Gestaltung über dem Orgelpunkt
  • Die Fuge I ist in einem gelehrten Stil komponiert, sie führt das Thema viermal durch. Die zweite Durchführung fußt auf der Umkehrung des Themas. In der dritten Durchführung neuer unbegleiteter Einsatz des Themas als Dux, zusammengestellt mit einem Kontrapunkt, der nur gelegentlich auftritt. In der letzten Durchführung kommt sowohl das ursprüngliche Thema als auch dessen Umkehrung vor. Eine improvisatorische Kadenz schließt die Fuge ab.
  • Die Fuge II geht von einer chromatischen Variante des Themas der ersten Fuge aus.In der ersten Durchführung wird zugleich mit dem zweiten Duxeinsatz ein freier Kontrapunkt eingesetzt, der ebenso wie in der vorigen Fuge nur sporadisch wiederkehrt. Der Übergang zur dritten Durchführung in der Paralleltonart wird durch Modulation in akkordischer Gestaltung vermittelt. Die Rückkehr in die Grundtonica erfolgt in der Engführung der letzten Durchführung mit dem Duxeinsatz der Oberstimme. Zwischen die beiden letzten Durchführungen ist ein hoquetusbetonter Satz eingeschoben. Faux-bourdonmässige Stimmführung kommt u. a. in T. 90 und 99 vor.
  • Toccata: Nach einleitender Apostrophierung folgt eine toccatenmässige Gestaltung mit Imitation in Komplementärfiguration und nachschlagendem Akkord mit figurierter Wiederholung im Pedal. Die Stimmführung in T. 112—113 mit intensiver Gegenbewegung hat thematische Anknüpfung: die fallende und steigende Bewegung im Thema und seiner Umkehrung.
    Die Coda schließt mit einer über dem Orgelpunkt (Tonica) in Dreivierteltakt aufbauten fallenden figurierten Bewegung in Sexten und einer dieser entsprechenden abschließenden Steigerung.

Im folgenden Video habe ich dieses Präludium mit Samples der historischen Orgel in Forcalquier eingespielt.

Buxtehude: Präludium g-moll BuxWV 150

Ich habe das Präludium g-moll BuxWV 150 von Dieterich Buxtehude mit Samples der Riegerorgel des Großen Saals im Konzerthaus Wien (Vienna Konzerthaus Organ) eingespielt.

Die zwei Sphingen mit Putten aus Marmor von Georg Franz Ebenhech bewachen seit 1755 den südlichen Zugang zum Gartenparterre. Die Kombination von Sphinx und Putto war im Barock sehr beliebt. Vorbild war sicherlich die Sphinx mit Bronzeputto von Louis Lerambert im Park von Versailles von 1670. Neuartig bei den zwei Sphingengruppen von Potsdam ist deren erzählerischer Charakter. Sie bilden gewissermaßen eine Fortsetzungsgeschichte, die autobiographisch auf das Schicksal des Alten Fritz (Friedrich der Große) gedeutet werden können. Weiterlesen

Buxtehude: Präludium und Fuge F-Dur, BuxWV 144

Ich habe das Präludium F-Dur BuxWV 144 von Dieterich Buxtehude mit Samples der Riegerorgel des Großen Saals im Konzerthaus Wien (Vienna Konzerthaus Organ) eingespielt.

Dieses Praeludium in F-Dur gleicht viel mehr einem Präludium und einer Fuge als das typische Buxtehude-Präludium. Es besteht aus zwei Abschnitten, einem freien toccatenartigen Abschnitt und einem Fugenabschnitt. Im Gegensatz zum typischen Buxtehude-Fugensatz zerfällt die Fuge nie in freies rhapsodisches Material. Auch der freie Abschnitt kommt vor Beginn der Fuge zum Stillstand.
Das Argument von Michael Belotti [in „Die freien Orgelwerke Dieterich Buxtehudes. Überlieferungsgeschichtliche und stilkritische Studien.” Diss. Freiburg 1993], dass das Präludium F-Dur (BuxWV 144) eher eine Parodie auf Buxtehudes Präludium a-moll (BuxWV 153) durch einen seiner Schüler als ein authentisches Werk ist, ist durchaus überzeugend.

Buxtehude: Präludium und Fuge e-moll BuxWV 143

Ich habe das Präludium e-moll BuxWV 143 von Dieterich Buxtehude mit Samples der Riegerorgel des Großen Saals im Konzerthaus Wien (Vienna Konzerthaus Organ) eingespielt.

Buxtehudes Praeludium in e-moll (BuxWV 143) drückt mit seinen beharrlichen Pedalpunkten am Anfang und am Ende eine ernste Stimmung aus. Die chromatische Bewegung in den Sujets seiner beiden Fugen verleiht dem Ganzen einen Ton der Verzweiflung, den auch der Dreivierteltakt der zweiten Fuge erst in den wenigen Alla-Breve-Takten des diese Fuge abschließenden Adagio’s auflöst, dem nun ein diese Auflösung bekräftigender Schluss folgt.

Ob aber dieses Werk überhaupt von Buxtehude komponiert wurde bezweifelt Michael Belotti (in „Die freien Orgelwerke Dieterich Buxtehudes. Überlieferungsgeschichtliche und stilkritische Studien.” Diss. Freiburg 1993.), er betrachtet es eher als „Dokument der Buxtehude-Rezeption“ (S. 256) denn als authentisches Werk.

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