Johann Sebastian Bach: Partita diversa sopra „Sei gegrüßet, Jesu gütig“, BWV 768

Partita (ital., von partire „teilen“) ist die Bezeichnung für den einzelnen Teil (Satz) einer Tanzfolge oder Variationsreihe. Seit dem 17. Jahrhundert wird die Bezeichnung auch allgemein für Instrumentalstücke oder für Satzfolgen im Sinne der Suite verwendet. Das bekannteste Beispiel dafür ist der erste Teil von Johann Sebastian Bachs Clavierübung mit sechs Partiten. Eine weitere Form ist die Choral-Partita, bei der dem Choralthema figurierte Variationen folgen. Weiterlesen

Feruccio Busonis Bearbeitungen von Werken Johann Sebastian Bachs

Eine Analyse von Toccata und Fuge d-moll BWV 565 und meine Interpretation der originalen Fassung für Orgel kann der daran interessierte Leser in diesem Blogbeitrag lesen.

Dieses Werk, als auch die weiter unten folgenden Werke habe ich mit Samples eines Stainway-Konzertflügels – The Hammersmith Pro – eingespielt. Die originale Fassung für Orgel:

J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565

Über meine Einspielung der Klavierfassung Busonis von Chaconne d-moll BWV 1004 habe ich in diesem Blogbeitrag geschrieben.

Einige meiner Einspielungen der Klavierfassungen Busonis von Bach’schen Choralvorspielen und über Leben und Werk Ferrucio Busonis folgen nun:

Weiterlesen

Moments musicaux

Dieses zweite (As-Dur, Andantino, ABA) ist durch starke Gefühlsausbrüche geprägt. Ein sich weich wiegender Rhythmus und klangliche Wärme erzeugen im A-Teil pastorale Stimmung. Das ziellose Pendelmotiv ist das Motiv des verlorenen Wanderers, das einen Großteil der Werke Schuberts prägt. Von persönlichem Schmerz kündet der sangliche fis-Moll-Mittelteil. Fis-Moll ist die Todestonart der Romantik. Die schmerzvolle Stimmung steigert sich dramatisch bis zum Ende des Abschnitts.

Seine Finger gleiten über die Tasten. Draußen heult der Brandenburger Herbstwind. Schuberts «Moments musicaux» passen wunderbar zu dieser Stimmung. Er hat die Stücke immer geliebt, wird ihnen aber dem eigenen Empfinden nach selten gerecht. Auch heute nicht. Frustriert steht er vom Flügel auf und erinnert sich spontan an ein Zitat des großen Pianisten Alfred Brendel, das er unlängst in einer Fachzeitschrift gelesen hat: «Musik kann dramatisch sein und lyrisch. Bei einer guten Komposition ist immer auch der Verstand da. Der Verstand ist der Filter», hat Brendel gesagt. «Aber stimmt das eigentlich?», denkt Axel und schaut nachdenklich aus dem Fenster. Seine Freundin kommt aus der Bibliothek. «Woran denkst du gerade, Axel?» «Ach, weißt du, Liebes, ich dachte nur, dass die Musik vielleicht die einzige Kunstform ist, die sich der Analyse entzieht. Die sich etwas zutiefst Mysteriöses bewahrt.» Plötzlich hat er eine fabelhafte Idee für ein neues Gedicht. Doch das muss warten. Er hat ja heute noch diesen unseligen Termin. Eine Stunde später trägt er eine Mütze mit der Aufschrift «Fackelmann» und sitzt vor einer grünen Wand im Studio der «ultimativen Chartshow». Jemand ruft: «Und bitte!» Axel schaut in die Kamera und sagt: «Jut, die ham nich selber jesungen! Aber weeßte was: Ick fand Boney M. trotzdem knorke!» Dann bittet ihn der Regisseur, den Refrain von «Daddy Cool» laut mitzusingen. Wie es in ihm drin aussieht, wird nie jemand erfahren.

Weiterlesen

J. S. Bach: „Nun danket alle Gott“ BWV 657 (18 Leipziger Choräle)

Der bis heute beliebte Choral „Nun danket alle Gott“ BWV 657 vertritt in der Sammlung der 18 Leipziger Choräle die Gattung der Choralfuge. Die erste Strophe lautet:

Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib
und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut
und noch jetzund getan.

(Martin Rinckart 1636)

Wie in einer Orgelchoralmotette Pachelbels leitet Bach jede der acht Cantus firmus-Zeilen im Sopran durch eine Vorimitation der Unterstimmen ein. Dabei wechselt er jedoch einfallsreich und, im Vergleich zu Pachelbel sehr viel origineller, zwischen unterschiedlichen Typen der Vorimitation.

Ich habe dieses Orgelwerk mit Samples der Rieger-Orgel im Konzerthaus Wien eingespielt.

 

J. S. Bach: Sonate Nr. 1 Es-Dur BWV 525 (Riegerorgel Wien)

YouTube-Video mit alternativer Registrierung

  • 00:06 – 1. (Allegro) – von Mozart nahestehendem Charme. Themenexposition, im Alt beginnend – Kadenz in der Grundtonart – Themendurchführung mit Umkehrungen etc., zur Dominante führend – 2. Themenexposition, beginnend im Sopran – 2. Durchführung mit Modulationen (f-Moll, As-Dur, c-Moll) bis zur Themenumkehrung im Alt. Abschließend erklingt das Thema im Pedal.
  • 03:14 – 2. Adagio  – Zweiteilige Liedform, c-Moll, 12/8-Takt, aber nicht im Siciliano-Charakter, sondern vielmehr eher dem eines Klagegesangs über ein Thema, das der Passacaglia c-Moll und dem Eingangschor der Matthäus-Passion nahesteht.
  • 06:56 – 3. Allegro – Wieder eine zweiteilige Liedform, mit einem energisch-schreitenden Thema im Stil der Schluss-Sätze Corellis, vom lebhaft-bewegten Charakter der Gigue, wirkungsvoll dem Klagegesang des 2. Satzes kontrastiert. Die erste Themenexposition und -durchführung führt zur Dominante, die zweite Exposition von der Subdominante zur Tonika. Mit der transponierten Durchführung und vertauschten Oberstimmen schließt der Satz.

Weiterlesen

J. S. Bach: Sonate Nr. 2 c-moll BWV 526 (Riegerorgel Wien)

  • 00:06 – 1. Vivace – Form im Stil eines Konzerts für zwei Violinen. 4 Hauptsätze in c-Moll, Es-Dur, g- und c-Moll sind, deutlich abgesetzt, in eine Vielzahl abwechslungsreicher Seitensätze eingebettet.
  • 04:19 – 2. Largo – Es-Dur (Tonikaparallele), einteilig; mit seinen Seufzerketten steht es der Fantasie c-Moll nahe. Wie diese mündet auch das Largo in einen Halbschluss auf G, als Dominante unmittelbar hinführend zu
  • 07:57 – 3. Allegro (alla breve) – wiederum in c-Moll. In diesem Finale verbindet Bach in der rondoartigen Großform ABABA die fugierte Form im Hauptsatz mit der Konzertform im Seitensatz. Dessen leidenschaftliche Emphase wird bei der Wiederkehr des Hauptsatzes durch Engführungen noch weiter gesteigert. Im Schlussabschnitt werden wieder die Oberstimmen vertauscht.

Weiterlesen

J. S. Bach: Sonate Nr. 3 d-Moll BWV 527 (Riegerorgel Wien)

  • 00:06 – 1. Andante – eine dreiteilige Form des Liedes beziehungsweise der Dacapo-Arie mit zwei Themen.
  • 05:14 – 2. Adagio e dolce – ein lyrisch-gesangliches Thema von plastischer Deklamation. Wohl wegen seiner Expressivität nahm Bach den Satz später in sein Tripelkonzert a-Moll (BWV 1044) auf.
  • 08:44 – 3. Vivace – eine phantasievolle Rondoform, in welcher sich Refrain und Strophen durch ihre rhythmische Zweier – beziehungsweise Dreiergliederung unterscheiden. Der Bass bildet die metrische Grundlage des menuettartigen 3/8-Taktes.

Weiterlesen

1 2 3 4 12