W. A. Mozart: Confutatis und Lacrimosa aus dem Requiem KV 626

Klaviertranskription von Franz Liszt

Der Text der Originalkomposition Mozarts:

6. Confutatis  
Confutatis maledictis,
Flammis acribus addictis,
Voca me cum benedictis.
Oro supplex et acclinis,
Cor contritum quasi cinis:
Gere curam mei finis.
Wird die Hölle ohne Schonung
Den Verdammten zur Belohnung,
Ruf mich zu der Sel’gen Wohnung.
Schuldgebeugt zu Dir ich schreie,
Tief zerknirscht in Herzensreue,
Sel’ges Ende mir verleihe.
7. Lacrymosa  
Lacrimosa dies illa,
Qua resurget ex favilla.
Iudicandus homo reus:
Huic ergo parce Deus.
Pie Iesu Domine,
dona eis requiem.
Tag der Tränen, Tag der Wehen,
Da vom Grabe wird erstehen
Zum Gericht der Mensch voll Sünden;
Lass ihn, Gott, Erbarmen finden.
Milder Jesus, Herrscher Du,
Schenk den Toten ew’ge Ruh.

Ingeborg Bachmann

Die Welt ist weit und die Wege von Land zu Land,
und der Orte sind viele, ich habe alle gekannt,
ich habe von allen Türmen Städte gesehen,
die Menschen, die kommen werden und die schon gehen.
Weit waren die Felder von Sonne und Schnee,
zwischen Schienen und Straßen, zwischen Berg und See.
Und der Mund der Welt war weit und voll Stimmen an meinem Ohr
und schrieb, noch des Nachts, die Gesänge der Vielfalt vor.
Den Wein aus fünf Bechern trank ich in einem Zuge aus,
mein nasses Haar trocknen vier Winde in ihrem wechselnden Haus.

Die Fahrt ist zu Ende,
doch ich bin mit nichts zu Ende gekommen,
jeder Ort hat ein Stück von meinem Lieben genommen,
jedes Licht hat mir ein Aug verbrannt,
in jedem Schatten zerriß mein Gewand.

Die Fahrt ist zu Ende.
Noch bin ich mit jeder Ferne verkettet,
doch kein Vogel hat mich über die Grenzen gerettet,
kein Wasser, das in die Mündung zieht,
treibt mein Gesicht, das nach unten sieht,
treibt meinen Schlaf, der nicht wandern will…
Ich weiß die Welt näher und still.

– Hinter der Welt wird ein Baum stehen
mit Blättern aus Wolken und einer Krone aus Blau.
In seine Rinde aus rotem Sonnenband
schneidet der Wind unser Herz
und kühlt es mit Tau.

Hinter der Welt wird ein Baum stehen,
eine Frucht in den Wipfeln,
mit einer Schale aus Gold.
Laß uns hinübersehen,
wenn sie im Herbst der Zeit
in Gottes Hände rollt!

 

Aus dem Privatleben Stephen Hawkings

Der Alltag Hawkings ist, abgesehen von dem großen, krankheitsbedingten Aufwand, halbwegs normal. Er muss oder möchte zuweilen shoppen gehen – genauer: fahren. Mit seinem Sohn Tim hat er Formel-1-Rennen besucht. Eines seiner Hobbys ist die Geschichte. Und gefragt, was er tun würde, wenn er einen Tag lang in einem gesunden Körper verbringen könnte, sagte er: „Die Antwort wäre nicht jugendfrei.“ Auch in Discos wurde er schon gesehen und hat sich mit seiner Kunststimme bei einem Karaoke-Refrain beteiligt. Meist hört er jedoch klassische Musik: Bach und Wagner zum Beispiel. Hawking hat – ähnlich wie Albert Einstein und andere Physiker – Musik und Physik als seine „beiden größten Leidenschaften“ bezeichnet. „Wenn ich beide auf einer einsamen Insel haben kann, möchte ich nicht gerettet werden“, sagte er in der BBC-Radiosendung Desert Island Discs 1992, in der er acht seiner Lieblingsalben vorstellte. Das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart war dabei sein persönlicher Favorit. „Die Musik ist sehr wichtig für mich“, sagte er, doch die Freude an einer physikalischen Erkenntnis sei viel intensiver, wenn naturgemäß auch viel seltener. Trotzdem setzt er die Forschung nicht absolut: „Die Physik ist wunderbar, aber völlig kalt. Ich käme mit meinem Leben nicht zurecht, wenn ich nur die Physik hätte. Wie jeder andere Mensch brauche ich Wärme, Liebe und Zuneigung.“

zitiert aus
Rüdiger Vaas:
Hawkings neues Universum – Wie es zum Urknall kam

Mit Samples „The Hammersmith Pro“ eines Steinway-Konzertflügels eingespielt.

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