Jean Sibelius: Valse triste (für Orgel)

Diesen Konzertwalzer  op. 44 von Jean Sibelius aus der Musik zu Arvid Järnefelts Drama „Kuolema“ („Der Tod“) habe ich mit Samples der Riegerorgel im Großen Saal des Konzerthauses Wien (Vienna Konzerthaus Organ) eingespielt.

Die Szene, die von diesem Valse triste musikalisch begleitet wird, ist folgende:

Es ist Nacht. Der Sohn, der am Krankenbett seiner kranken Mutter wachte, ist vor lauter Müdigkeit eingeschlafen. Allmählich strahlt ein rötliches Licht in den Raum; aus der Ferne erklingt Musik; Das Licht und die Musik kommen näher; aus der Ferne schwebt eine schwermütige Walzer-Melodie heran. Die schlafende Mutter erwacht, erhebt sich aus ihrem Bett und beginnt sich in ihrem langen weißen Gewand, das nun das Aussehen eines Ballkleides annimmt, lautlos und langsam hin und her zu bewegen. Sie winkt im Takt der Musik mit der Hand, als würde sie eine Menge unsichtbarer Gäste zusammenrufen. Und jetzt erscheinen sie, diese seltsamen, visionären Paare, die sich zu einem unheimlichen Walzer-Rhythmus drehen und schweben. Die sterbende Frau mischt sich unter die Tänzer; sie bemüht sich, sie in ihre Augen sehen zu lassen, aber die schattenhaften Gäste vermeiden alle ihren Blick. Dann scheint sie erschöpft auf ihrem Bett zu sinken und die Musik bricht ab. Nun aber sammelt sie ihre ganze Kraft und beschwört den Tanz erneut mit energischeren Gesten als zuvor herauf. Die schemenhaften Tänzer kommen in wildem, verrückten Rhythmus zurück. Die seltsame Fröhlichkeit erreicht einen Höhepunkt; Es klopft an der Tür, die sich weit öffnet. die Mutter gibt einen verzweifelten Schrei von sich; die geisterhaften Gäste verschwinden; die Musik verstummt. Der Tod steht an der Schwelle.

Eine Klavierfassung des Valse Triste aus Kuolema, op. 44, habe ich bereits vor längerer Zeit mit Samples The Hammersmith Pro eingespielt.

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