J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565

Obwohl die Forschung dem jungen Virtuosen Bach gerade dieses Werk abzusprechen geneigt ist, das doch den Hörern in aller Welt als Inbegriff der Bachschen Orgelwerke schlechthin, ja sogar als Inbegriff der Gattung „Toccata“ gilt, kann man sich kaum vorstellen, wer sonst außer Bach derart kühne Akkorde, Arpeggien und Harmonien aneinanderreihen und anschließend das ungestüme Werk mit einer wohlgegliederten Fuge hätte beantworten können.
Die Toccata fährt hernieder wie ein Blitz aus heiterem Himmel, mit Mordenten, langen Generalpausen, Trillern, Pedalsoli und Arpeggien, die alle Möglichkeiten des freien, improvisatorischen Toccatenstils ausnutzen und zur Vollendung führen. Nach mehrmaligen Anläufen mündet die Toccata in eine vollstimmige Coda, die über chromatische Rückungen zum Schlußakkord führt.
Unmittelbar schließt die Fuge an. Ihr Thema ist aus dem ersten Toccatenmotiv abgeleitet und wird zunächst gemäß den Regeln und in gegenüber der Toccata gebändigter Stimmung durchgeführt. Die ungestüme Kraft der Toccata blitzt jedoch in den Zwischenspielen immer wieder auf und setzt sich auch im Finale wieder durch, so daß in den Umrissen des Werkes eine norddeutsche Orgeltoccata entsteht. Ihre Wucht und die Freiheit der virtuosen Eingebungen ist allerdings beispiellos und scheint die Form geradezu zu sprengen.

Über Bach, seine Musik und eine Analyse dieses Orgelwerks:

Ich habe bereits andere Versionen einer Registratur dieses Orgelwerkes versucht. Diese Versionen des von Toccata und Fuge BWV 565 habe ich mit Samples der historischen Orgel in Forcalquier eingespielt.

Nachdem ich bereits in den Beiträgen „J. S. Bach – Toccata und Fuge d-moll BWV 565 (Orgelfassung)“ und „J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565 (Version 2 und 3)“ versuchte, diesem leidenschaftlichen Werk – vermutlich des jungen Bach – gerecht zu werden, hatte ich nun (Dez. 2015) eine Version 5 registriert. Wenn überhaupt von J. S. Bach, dann ist es ein Jugendwerk aus der Zeit in Arnstadt, Mühlhausen oder Weimar. Möglicherweise ist es aber auch ein Orgelwerk von Johann Peter Kellner, das auf eine Improvisation J. S. Bachs, die Kellner (auch er ein Thüringer und Organist in Gräfenroda)  wahrscheinlich hörte und vermutlich später aus dem Gedächtnis niederschrieb, zurückgeht. Diese Versionen des von Toccata und Fuge BWV 565 habe ich auch mit Samples der historischen Orgel in Forcalquier eingespielt.

Video der vorhergehenden Version 4: J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565 (V. 4)
Video der vorhergehenden Version 5: J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565 (V. 5)
Video der letzten Version 6: J. S. Bach: Toccata und Fuge d-moll BWV 565 (V. 6)

Die Videos der Versionen 5 und 6 kannst du leider vorerst nicht ansehen, da AdRev Publishing Urheberrechte an meinem geistigen Eigentum beansprucht hat, obwohl durch das synchron mit der Musik laufende Fenster der Pianorolle meines MIDI-Sequenzerprogrammes die Faktenlage völlig klar bewiesen ist, dass diese Interpretation auf meinem PC erstellt wurde. Ich habe zwar dagegen Einspruch eingelegt, doch nun hat AdRev Publishing laut der Nutzungsrechte von YouTube 30 Tage Zeit mit meinem geistigen Eigentum Geld zu verdienen, indem diese Firma extrem belästigende Werbung darauf schalten darf. Darum habe ich diese Video bei YouTube gelöscht.  Leider kann nun vorerst niemand diese Videos ansehen, aber mit Werbung ist das Ansehen des Videos auch nur Belästigung. Daher habe ich das Anhören meiner Interpretationen durch MP3-Dateien ermöglicht.

Nun laufen endlich mit Videoversion 6 auch Video und Musik synchron miteinander, da ich die Pianorolle des MIDI-Sequencers nicht mehr mit meinem Videoeditor von Magix aufnehme, sondern mit Movavi Screen Capture 7 – aber was nutzt es? 

 

  • 00:05 Toccata
  • 02:18 Fuge

Visualisierung durch Pianorolle des MIDI-Sequenzers, im Video bedeuten die Farben:
Blau: Tutti Grand Orgue + Positif + Recit (Orgue de Forcalquier)
Hellbraun: Tutti (Pedale – Orgue de Forcalquier) + Trompette 16′ + Contra-Posaune 32′ (Garritan Organ)
Dunkelbraun: Cromorne 8′ + Plein-Jeu IV + Bourdon 8′ + Flute 4′ à cheminèe (Positif Orgue de Forcalquier)

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