G. F. Händel: Feuerwerksmusik HWV 351, bearbeitet für 2 Orgeln und Pauke

Händels Feuerwerksmusik habe ich mit Samples der Riegerorgel im Großen Saal des Konzerthauses Wien (Vienna Konzerthaus Organ) und Samples einer Barockpauke aus der Sammlung The Conservatoire Collection von Soniccouture eingespielt.

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL schrieb seine Musick for the Royal Fireworks für ein königliches Feuerwerk, das anläßlich des Friedens von Aix-La-Chapelle (Ende des Österreichischen Erbfolgekrieges 1748) am 27. April 1749 im Londoner Green Park gegeben wurde. König Georg II., der zunächst jede Art von Musik zu diesem Anlaß abgelehnt hatte, ließ sich durch seinen Master General of the Ordnance umstimmen, freilich unter der Bedingung, daß die Musik “aus nichts anderem als Militärinstrumenten bestehe”. Händel weigerte sich zunächst standhaft, auf seine geliebten “fiddles” (Violinen) bei diesem festlichen Anlaß zu verzichten, was das ganze Projekt gefährdete. Schließlich fügte er sich doch noch dem königlichen Willen und fertigte eine Erstfassung der Feuerwerksmusik ausschließlich für “martial instruments” an.

Allein die Zeitungsmeldung, es werde eine “Musick, composed by Mr. Handel for the Royal Fireworks” geben, versetzte die Londoner in solche Begeisterung, daß die öffentliche Generalprobe im Vergnügungspark Vauxhall den ersten Stau in der Londoner Geschichte auslöste. Stundenlang mußten die Herrschaften in ihren Kutschen auf der London Bridge ausharren, weil sich nichts mehr bewegte; dabei kam es zu etlichen Handgreiflichkeiten. Auch die eigentliche Aufführung der Royal Fireworks und ihrer Musick (so die ältere englische Version des Wortes) war von Pannen begleitet. Vor der Überfülle der Raketen mußten sich die Zuschauer unter die Bäume des Green Park retten; ein Teil der prachtvollen Illuminations-Architektur ging in Flammen auf, was den italienischen Architekten so sehr erzürnte, daß er mit dem Degen auf den englischen Pyrotechniker losging. Als es schließlich auch noch zu regnen anfing, hatte die Londoner Presse genügend Stoff für detaillierte Sensationsberichte, denen wir unser Bild der Entstehung des berühmten Werkes verdanken. Nicht alles sollte man dabei für bare Münze nehmen. So konnte man lesen, Händels Musik sei von über 100 Personen gespielt worden; tatsächlich wurde sie “nur” in einer Besetzung mit 24 Oboen, je 9 Hörnern und Trompeten, 12 Fagotten, Kontrafagott und drei paar Kesselpauken aufgeführt. In einem Punkt ist den Berichten jedoch zu vertrauen: Die landläufige Vorstellung, Händels Suite sei während des Feuerwerks erklungen, ist falsch; sie wurde gespielt, “before the Fireworks begin”, und zwar unter dem Mittelbogen der prachtvollen Holzarchitektur des Chevalier Sevandoli, die wenig später ein Raub der Flammen wurde.

Quelle

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