Zur Historie von Gehaus mit seinem OT Hohenwart

Zitiert aus „Baier Bote“ 8 (2010) Nr. 3 vom 1. April 2010 (kein Aprilscherz!):

Ergänzungen und Neues zur Historie von Gehaus mit seinem OT Hohenwart (zur Dorfchronik in meiner Homepage)

Nach weiteren Studien von Quellen zur Geschichte unseres Or­tes mit seinem noch heute bestehenden OT Hohenwart, stieß der Unterzeichnende auf eine neue Urkunde, welche ebenfalls im Staatsarchiv zu Meiningen als Abschrift vorliegt. Es handelt sich dabei um die bisherige urkundliche Ersterwähnung des OT Hohenwart. Diese ist datiert auf den 10. August 1330, also 25 Jahre älter als die Ersterwähnungsurkunde von Gehaus aus dem Jahre 1355. Des weiteren ist diese in Latein verfasst. Mit diesem Fund wurde die Vermutung weiter bestätigt, dass die ehemaligen und zum Teil heute nicht mehr vorhandenen kleinen Wohnorte rund um das jetzige Gehaus, in ihrer Ersterwähnung, älteren Datums sind. Auch in der Deutung des Namen „Gehaus“ spiegelt sich diese Erkenntnis wieder. Der Inhalt der Urkunde basiert auf einem Verkaufsvertrag.

1330 August 10 Ludwig und Syboth von Frankenstein verkaufen dem Grafen Berthold von Henneberg ihre sämtlichen, dem Stift zu Hersfeld zu Lehen gehenden Orte und Güter nebst der Wildbahn. Schmalkalden den 1330 August 10.

Es tauchen mehrere weitere Ortsnamen, sowie geographische Besonderheiten, wie Berge, Flüsse und Flurnamen auf. Unter anderem die Flüsse Werra und Felda. Außer dem Ortsnamen Hohenwart, damals noch als „Warte“ beschrieben, konnten u. a. noch folgende Orte (hier nicht voll­zählig wiedergegeben), nachgewiesen werden.

Salzungen, Vockenroda, Tiefenort, Dorndorf mit dem Meysinberg, Pferdsdorf, Schalkislohe (Wölferbütt), Martinroda mit dem Waldgebiet Schorn, Heiligenroda, Eisenach, Allendorf, Langen­feld, Völkershausen, Gospenroda, Oberbreizbach usw., um nur einige zu nennen.

Im Inhalt der Urkunde taucht der Nachweis des Ortes Hohen­wart unter Punkt 10 auf, darunter auch der Kohlgraben, der noch öfters in anderen Zeitdokumenten zum Vorschein kommt. Aus verschiedenen Ursachen und Gründen kann eine vollstän­dige Veröffentlichung im Amtsblatt „Baier-Bote“ nicht vorgenom­men werden. Für interessierte Bürger ist es aber möglich Ein­sicht in die vorhandenen Unterlagen beim Heimatpflegeverein e. V. Gehaus zu nehmen.

Auf diesem Wege bedankt sich der HPV e. V. Gehaus beim Di­rektor des Thüringer Staatsarchiv Meiningen Herrn Dr. Johan­nes Mötsch auf das Herzlichste für seine Unterstützung und Entgegenkommen, sowie für die schnelle und unbürokratische Zusendung einer Kopie aus dem Hennebergischen Urkundenbuch.

Quellen:

  • Hennebergisches Urkundenbuch Bd. V, S. 73 – 75 Nr. 128
  • Staatsarchive Meiningen und Weimar
  • Archiv HPV e. V. Gehaus

Im Auftrag des Heimatpflegeverein e. V. Reinhold Lotz, Vors


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