Graf Poppo VI., Poppo VII. und Hermann I.

Poppo Vl. nach älterer Linie XII., war auf Schloß Strauf bei Rodach seßhaft; 1185 walllfahrtete er nach Jerusalem und badete im Jordan; vier Jahre später zog er mit Barbarossa nach Kleinasien und starb 1190 in Margat in Syrien. Poppo VII., auch der Kreuzfahrer genannt, starb 1245 und hinterließ aus seiner ersten Ehe nur einen Sohn, Heinrich, aus der zweiten Hermann und Berthold. Dieser letztere erwählte den geistlichen Stand und leistete auf die väterliche Erbschaft Verzicht, so daß nun Heinrich III. und sein Halbbruder Hermann I. die weltliche Herrschaft überkamen. Die Mutter Hermanns, namens Jutta, war eine geborene Landgräfin von Thüringen und verwitwet gewesene Markgräfin von Meißen; sie brachte ihrem zweiten Gemahl (Poppo dem VII.) als Mitgift 12000 Mark Silber zu, – nach jetzigem Münzfuß wohl 768 000 Mark, à. alte M. = 64 neue -. Mit Hilfe dieses mütterlichen Vermögens gelang es Hermann, den vom Vater 1245 ererbten Besitz durch Zukauf sehr zu vergrößern. In der Erbschaftsteilung mit seinem Bruder Heinrich war ihm die Herrschaft Heldburg, Callenberg, Lauterburg, Strauf u. a. kl. Besitzungen zugefallen, indeß Heinrich die althennebergischen Lande bekam und auch meistens auf Schloß Henneberg wohnte. Weiterlesen

Søren Nils Eichberg – Sinfonie Nr. 1 und das Chaos

Stürzten wir uns ins Feuer

 Eichbergs Sinfonie Nr. 1 wurde zuerst im Jahr 2006 vom Odense Symphony Orchestra aufgeführt und muß bereits als ein „Frühwerk“ betrachtet werden. Es sind vier ohne Pause aufeinander folgende Sätze und ihr Motto lautet „Stürzten wir uns ins Feuer“. Diese Worte stammen aus dem Buch „Das Evangelium nach Jesus Christus“ des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago. Das vollständige Zitat ist eine Weltuntergangs-Vision, die wie folgt lautet:

„… Und wären wir so tollkühn oder unbedacht wie die Schmetterlinge und Motten, und stürzten uns in die Flammen, alle und jeder, die gesamte Menschheit – dann vielleicht wäre das Feuer so heftig und das Licht so grell, daß Gott Seine Augen öffnete und daß er erwachte aus seinem trägen Dösen – aber wahrscheinlich zu spät für ihn, als daß es ihm noch gelänge unsere Existenz wahrzunehmen, aber es bliebe ihm doch Zeit genug, um den Beginn des großen Nichts zu bemerken, nun, da wir nicht mehr da sind …“ Weiterlesen

Graf Poppo I., der Starke

Von 1037 an nimmt der Henneberger Graf Poppo VII., auch der Dicke und Tapfere genannt, als „Dynast“ oder Machthaber unbehindert die Rechte, die Ehren und den Titel des ersten „unbeschränkten Grafen von Henneberg“ für sich in vollen Anspruch, und die Henneberger Chronik beginnt mit ihm eine neue Reihe von Tulli-Grabfelder Grafen. Er erscheint in einem Glanze, der umsomehr Verwunderung erregt, als seit fast hundert Jahren nichts Bedeutendes von den „Hennebergern“ im Grabfeld zu sehen und zu hören gewesen ist. Sein Gebiet umfaßte beinahe 36 Quadratmeilen, war demnach ziemlich so groß wie das jetzige Herzogtum Koburg-Gotha. Weiterlesen

Alte Kirchtürme und Friedhöfe

In der vorhin geendigten Um- und Rundschau auf ältere Kirchen sind wir bei verschiedenen Ortschaften bereits auf ihre Türme, Glocken und Friedhöfe aufmerksam gemacht worden. Ueber eigentliche, ursprüngliche Bestimmung und bezw. Einrichtung derselben u. a. m. konnten wir uns bei dem Wandelgange nicht weiter aussprechen; möge es nun in diesem besondern Abschnitte (und zwar unter Benutzung des „Reallexikon deutscher Altertümer“ von Dr. Götzinger) geschehen. Weiterlesen

Umschau auf alte Tullifelder Kirchen und Pfarreien

„Im Felde vor Salzungen (wie Brückner erzählt) war die Kirche zu Hausen (Husen) wohl der erste christliche Missionspunkt dortiger Gegend; zu ihr waren ursprünglich alle Orte der Cent, so lange sie nicht selbst einzelne Kirchen hatten, eingepfarrt. Als die Stadt Salzungen Burg und Ummauerung bekam, entstand innerhalb derselben die Sankt Simplici-Kirche. Die Gründung der Kirche von Hufen reicht sicherlich in die Zeit des Bonifatius hinauf und war mit gutem Grund dem ,,Sankt Georg, dem Ueberwinder des Paganismus“, d. i. des Heidentums; geweihet und dem Erzbischof von Mainz als Kirchen- und Lehnherrn unterstellt. 1161 soll sie nach Versicherung von Chronisten neu erbauet worden sein. 1341 wurde ihr Lehn dein „Kloster zum Sehe“ (See, wohl Frauensee) übergeben. Der letzte Pfarrer von Husen kam bei Einführung der Reformation als Diakonus nach Salzungen; seit 1536 ist die Husener Kirche nur als Friedhofskirche benutzt worden. – Frauenbreitungen hatte sein erstes Kirchlein auf der Höhe des dortigen Kiliansberges; elf Höfe wurden zur Mutterkirche dieses Ortes eingepfarrt. – Zu Rosa bestand vor 1326 eine Mutterkirche, und Eckarts, Bernshausen, Zillbach, Hellmers und GeorgenzelI bildeten mit ihr den uralten ,,Rösleinverband“; nur ·Zillbach hat sich später davon losgemacht. – Friedelshausen (Vritoldeshusen, 1186 Frittelshausen), bis 1250 Mittelpunkt des Amtes Sand, hatte Centgericht und Blutbann über die Umgegend und war Würzburger Lehn, 1296 unter Bischof Mangold.; der Ort hatte lange vor der Reformation eine Kirche. Wie viele Dörfer an’s dasige Centgericht und an das dasige Wirthshaus, ebenso viele waren als Filiale an die dasige Mutterkirche gewiesen; es galt im Volk der Spruch: ,,Recht, Bier und Gotteswort holt’ man sich zu Friedelshausen.“ Der letzte katholische Pfarrer hieß Nicolaus Marschall. – Weiterlesen

Kapellen und Kirchen im Allgemeinen

Was schimmert dort auf dem Berge so schön,
Wenn die Sternlein hoch am Himmel ausgeh’n?

Das ist die Kapelle, still und klein,
Sie ladet den Pilger zum Beten ein.

(Hegner).

Sollte das Christentum bleibenden Bestand haben, so mußte es durch gewisse Orte, bestimmte Gebäude und Einrichtungen gleichsam fest und stehend gemacht werden, also auch als äußere Erscheinung durch eine Art Verkörperung sich zeigen. Dies geschah durch den Bau von Kapellen, Kirchen und Klöstern. Kilian und Bonifatius haben auch fleißig Bedacht genommen, mindestens eine solcher Schutz- und Pflegestätten vor oder doch möglichst bald nach Gewinnung einer Gemeinde für das Evangelium, dieser auch sobald wie nur möglich beschaffen und einrichten zu helfen; mochte der Bau auch noch so bescheiden ausfallen. Zu besserer Förderung des Vorhabens mußten die Missionare freilich, wie überhaupt bei ihrem Bekehrungswerke, sich zunächst um die dazu unentbehrliche Erlaubnis und um erwünschte Unterstützung an die Mächtigen und Angesehenen im geplanten Missionsgebiete, nämlich an die Könige, Herzöge und Grafen wenden. Und das gelang, denn wie es eingangs des vorigen Abschnitts das Motto uns sagt, kein Herz war ihnen zu hart, kein Berg zu hoch; sie konnten diesen ersteigen und jenes auch erweichen. Weiterlesen

Die Missionare im Tullifeld

„Kein Wald war ihnen zu wild
Und kein Herz zu trotzig.“

(Dullers Geschichte.)

 Als um 500 n. Chr. die Franken auch in’s Thüringer- und Chattenland eingezogen, brachten sie wohl neben ihren Gewaltmaßregeln auch schwache Keime für Einpflanzung des Evangeliums mit, hatten aber in ihrem eigenen Wesen kaum Etwas davon. Denn obschon ihr großer Clodwig durch den römischen Bischof zum ,,ersten allerchristlichen König“ erhoben war, nennt ihn die Weltgeschichte doch nur ein Ungeheuer in Menschengestalt. Erst von etwa 680 an lichteten sich allmählich auch in der Rhöngegend die den religiösen Glauben einhüllenden Nebel, und die heidnische schauerliche Finsternis mußte weichen. Weiterlesen

Die heidnische Zeit

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Zeit vor der Einführung des Christentums, da das altgermanische Heidentum auch unserer Gegend herrschte, und betrachten nur kurz: die altheidnischen „heiligen“ Orte, Götzen und Gottheiten. – Haine oder auch einzel stehende, recht breitästige Bäume wurden mit Vorliebe ausgewählt, um in ihrem Schatten und bei ihrem geheimnisvollen Rauschen die gemeinsame Andacht zu halten, und Anbetung zu feiern. Die Eiche mit ihrer immer, grünenden Mistel hatte in Frankonien den Vorzug, anderswo war es der große Ahorn, die ölliefernde Buche, die von der Honigbiene aufgesuchte Linde, weniger die Erle. Auch wählte man gern eine reine, kräftige Brunnquelle, die vielleicht vom Schlehen- und Hagedorn eingehegt oder durch einen Fels überwölbt war und als geweiheter oder ,,gewieh’te Born“ galt, wie z. B. in der Flur Kaltennordheim noch ein „Quieteborn“ (=G’wiehteborn) zu finden ist.; – Weiterlesen

Beethoven – Drei „intime“ Klaviersonaten von 1808

Mit den Klaviersonaten op. 78, die Beethoven höher schätzte als die sogenannte „Mondscheinsonate“, der Sonate op. 79 in der ein Kuckuck ruft  und dessen zweiter Satz so schmachtend-sehnsüchtig endet, als hätte ihn Mendelssohn-Bartholdy komponiert, und der bekanntesten dieser drei Sonaten, der „Lebewohl“-Sonate op. 81a, fand Beethoven nach der „Appassionata“ (der „Leidenschaftlichen“) von 1805 zu einem neuen, intimeren und einfacheren Stil. Wie ich mir diese Sonaten (auf dem Softwareflügel von Steinberg) interpretiert denke, kann man unten hören. Mehr stilistische und biografische Informationen über diese drei Sonaten kann man auf den kopierten und verlinkten Seiten aus Edwin Fischers „L. v. Beethoven, Klaviersonaten – Sechste Vorlesung“ und A. W. Thayers Beethovenbiografie erfahren. Weiterlesen

1 42 43 44 45 46 54