Juan Cabanilles: Tiento I,21 de batalla partido de mano derecha sexto tono

Opera omnia des JOAN BAUTISTA JOSÉ CABANILLES Y BARBERÀ (1644-1712) Band I, Nr. 21
herausgegeben 1929 durch Institut d’Estudis Catalans: Biblioteca de Catalunya, Barcelona
in der Reihe: Publicacions del Departament de Música VIII

Nr. 21 ist überschrieben: „de batalla“ (für die sogenannte „trompeta de batalla“). Es sei aber bemerkt, daß dieser Ausdruck „de batalla“ auch „in Bataglia Manier“, im Stil einer „Bataglia“ bedeuten könnte. Das berechtigt uns jedoch nicht, diese Stücke als „Batallas“ zu bezeichnen, wie A. Vente es tut). Im Stil und Aufbau haben diese Tientos sehr wenig mit den von Cabanilles und anderen Komponisten überlieferten „Batallas“ gemeinsam. Bemerkenswert ist die Gestaltung der Themen, die – um es mit Frotschers Worten auszudrücken – „realistische Paukenschläge und naturalistische Fanfarenrufe für einen motivisch imitierenden Satz stilisieren“.
Aus diesen Themen werden typische Motive aus Reperkussionstönen und Clarinensignalen herausgenommen oder abgeleitet, die in mehreren Abschnitten abwechselnd motivisch-imitierend oder akkordisch-figurierend verarbeitet werden. Es sind kurze Motive, wie auch Spielfiguren, die man in fast allen Tientos „de mano derecha“ hin und wieder findet und die für die Verwendung ähnlicher oder gleicher Zungenregister wie hier sowie für den einheitlichen Stil dieser Werke sprechen. Man vergleiche z. B. folgende Stellen aus Bd. III: S. 5, 6, 46, wesentlichen die gleiche zweiteilige Struktur und ähnliche Gliederung in mehrere Abschnitte auf, wie das oben betrachtete Stück Nr. 9. Am Anfang wird das Schema der zweifachen thematischen Exposition mit anschließender Figurationspassage im Diskant ganz genau befolgt und die gleiche Satztechnik verwendet. Die darauf folgenden Abschnitte, fast immer vom Charakter des Themas geprägt, unterziehen sich dem Prinzip des Kontrastes („concordantia oppossitorum“) und bieten uns Beispiele vom streng kanonischen Satz durch alle möglichen Zwischenstufen bis hin zum freien Figurenspiel und akkordischen Laufwerk.
Bemerkenswert z. B. in Nr. 21 ist der 3-stimmige Kanon in Unison und in der Oktav (Bd. I, S. 132, T.33 ff.), der als Grundformel für eine fünffache Unterdominant-Modulation verwendet wird, im Gegensatz zu der darauf folgenden Passage (T. 54 bis 60), in der eine aus Sechzehnteln bestehende Figurationsformel als Sequenz in sechsfacher Terz-Modulation wiederholt wird. Eine entsprechende Parallele ist im zweiten Teil (im 12/8-Takt) zu finden (T. 87 ff.). [zitiert aus „Juan Bautista Cabanilles – Sein Leben und Werk“ von Arsenio Garcia-Ferreras]

Ich habe dieses Orgelwerk mit Samples der Rieger-Orgel im Konzerthaus Wien eingespielt.

Infos über Juan Cabanilles habe ich in meinem Beitrag Orgelwerke von Juan Cabanilles (1644-1712) zusammen getragen.

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