Dieterich Buxtehude: Variationen d-moll BuxWV 248

über eine Arie („Rofilis”) von Jean-Baptist Lully aus „Ballet de l’impatience” (LW 41)

Diese Arie verbreitete sich in den Niederlanden und Skandinavien als Transkriptionen für Tasteninstrumente. Der schwedische Hofkapellmeister, Organist und Komponist Gustav Düben nahm das Stück unter dem Titel „Air de Ballet“ in eine Sammlung von Tanzsätzen für Tasteninstrumente auf, die er 1659 begann, und es erscheint in zwei niederländischen Quellen als „Bel[le] Iris„. Der Titel „Rofilis„, der nur wenig mit „Bel[le] Iris“ zu tun hat, ist in zwei Manuskripten zu finden, einem deutschen und einem schwedischen, allerdings nicht in der Buxtehude-Quelle. Die anderen Tastaturtranskriptionen sind sowohl in Lullys Originaltonart g-Moll als auch in d-Moll, der von Buxtehude verwendeten Tonart, geschrieben.

Buxtehude hat nur drei Variationen zu „Rofilis“ komponiert, aber sie bereichern diese Melodie ganz wesentlich. Ein Vergleich von Buxtehudes erster Variation mit Lullys Arie zeigt, dass nicht nur die Takteinheit von der Viertel- auf die Achtelnoten geändert wurde, sondern dass der harmonische Rhythmus noch stärker beschleunigt wurde, insbesondere in Takt 14. Diese zweite Variation trägt auch den Titel „Le double“ – der rhythmische Charakter beider Variationen entspricht eindeutig dem einer Allemande. Die dritte Variation, notiert in 6/8, beschneidet die hinzugefügten Ornamente und beschleunigt die Bewegung, um diese drei Variationen, eigentlich eine abgekürzte Suite,  mit einer Gigue zu beenden.

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