Burgen und Schlösser der Edlen von und zu Tann

Eingangsworte

Nach Friedrichshof im „Buchenland“,
Hoch vor der Nordrhön Ellenbogen,
(Wo Villa „Lichtenau“ einst stand -),
Bin ich auch oft und gern gezogen
Und sah, zum Engelsberg gestiegen,
Westtullifeld hübsch vor mir liegen,
Besonders schön im Ulstergrunde.
Kommt mit! ich zeig mit guter Kunde,
Wie dort an Laubwalds lichtem Saum
Aufragt ein Riesen-Nadelbaum;
Er ist, was man versichern kann:
Die größte deutsche Edel-Tann’! Weiterlesen

Das Schloß Feldeck zu Dietlas

Als eine Enclave des Herzogtum Sachsen-Meiningen, zum Amtsbezirk Salzungen gehörig, gewahrt man beim Vorüberpassieren kaum den vielleicht 25 Häuser zählenden Weiler Dietlas. Er ist mitsamt seinem Herrensitz an dem engen Ausgang des Feldathals („porta feldensis“) links in einer stillen Bucht am buchenwaldigen Abhang des Riemens (S. 26) versteckt und gegen scharfen Nordost durch den rechts der Felda sich erhebenden Salzkopf ziemlich gedeckt. Brückner giebt an: „Dietlas (Tütlas, 1330 Tuttelins, Tutgleß, Döttles, Dietles, – im Volksmund Dietels -, Dörfchen an der Felda im Werragrund, von eisenacher Gebiet umschlossen, gehörte ursprünglich den Herren von Frankenstein. Nach deren Aussterben fiel es an Henneberg. 1423 kam es käuflich an die Herren von Buchenau, dann an die von Witzleben, von Prasser, von Wechmar, von Hanstein, von Berlepsch und von Buttlar. Es ist da ein Rittergut mit dem alten Schloß Feldeck.“ Laut einer Urkunde (im Henneberger Archiv) empfingen 1416 am 6. Febr. Wetzel und Werner von Benshausen vom Grafen Wilhelm das Schloß und Dorf Tutelins zu Lehen, und 1423 am 26. April verträgt sich Jorg von· Buchenau mit Graf Wilhelm von Henneberg und empfängt von demselben das Schloß Tutlyns zu Lehen.

Von seiner Herrschaft nunmehr sehr selten einmal aufgesucht, ist doch das massive Schloß noch in brauchbarem Zustande, über Parterre-Thüren sieht man unter anderm das von Buttlar’sche Wappen angebracht; ein netter Hausgarten mit an den Wiesengrund anstoßendem kleinen Park umgiebt das altertümliche freiherrliche Anwesen. Weiterlesen

Der Wert der Religion

Ich habe einige Antworten von Kritias, Werner Heisenberg, Thomas Mann und Rolf Oerter auf  die Frage „Wozu Religion?“ zusammengestellt. Ihre Antwort lautet: Die Religion liefert die transzendente Begründung unserer Ethik, des „vernünftigen“ Miteinanders menschlicher Gemeinschaften. Trotz allen wissenschaftlichen Fortschritts liefern uns weder Physik, andere Naturwissenschaften oder die „Gesetze“ der Evolution eine logische Begründung konkreten moralischen Verhaltens. Unsere „Vernunft“ ist ein soziales Konstrukt, der menschliche Geist die Emergenz kollektiver symbolischer Wechselwirkung der von uns mit Bedeutung für unser Fühlen aufgeladenen Abstrahierungen unserer Sinneswahrnehmungen.
Unser Verständnis des Sinn von Religion hat sich jedenfalls seit der Zeit von Kritias nicht wesentlich erweitert. Wir glauben nun zwar, dass und wie man alle die praktischen Dinge der Wissenschaften und des sozialen Miteinanders, also Lernen lernt, aber das Verständnis dessen, wie man Gewohnheiten bildet, wie sich das, was man gesunden Menschenverstand nennt, in uns festsetzt, zu lernen wie man lernt zu lernen oder: „Wie kann man durch ein besonderes Lernen über die Konstrukte, den Habitus, die Gewohnheiten hinausgelangen?“ – das müsste aber ein neuer Beitrag versuchen zu beantworten …

Kritias – Über die Entstehung der Religion
Es gab einmal eine Zeit, da war das Leben der Menschen jeder Ordnung bar, ähnlich dem der Raubtiere, und es herrschte die rohe Gewalt. Damals wurden die Guten nicht belohnt und die Bösen nicht bestraft. Und da scheinen mir die Menschen sich Gesetze als Zuchtmeister gegeben zu haben, auf daß das Recht in gleicher Weise über alle herrsche und den Frevel niederhalte. Wenn jemand ein Verbrechen beging, so wurde er nun bestraft. Als so die Gesetze hinderten, daß man offen Gewalttat verübte, und daher nur insgeheim gefrevelt wurde, da scheint mir zuerst ein schlauer und kluger Kopf die Furcht vor den Göttern für die Menschen erfunden zu haben, damit die Übeltäter sich fürchteten, auch wenn sie insgeheim etwas Böses täten oder sagten oder (auch nur) dächten. Er führte daher den Gottesglauben ein [und sagte]: Weiterlesen

Die Rittergüter Wildprechtrode und Leimbach a. d. Werra

I. Nördlich von der „Süßeburg“ liegt ziemlich flach (kaum 250 m horizontaler Schicht) an der Pfitz, dem frühern ,,Hunnbach«, die nach ihrer Vereinigung mit dem Rehbach und der Sorge zur Werra mündet, das Kirchdorf Wildprechtrode. Hier ist ein ehemaliges Rittergut, das vor Zeiten nach Fulda lehnte, ein von Buttlar’sches Besitztum. In einer Viertelstunde nordwestlich gelangt man nach Stadt Salzungen; ostwärts von Wildprechtrode findet sich, wie Spieß schildert, „der kahle, unheimliche Büchensee mit lichtgrünem Wasser, aber fischlos“. Die Herren v. Wildprechtrode waren auch Besitzer vom Dörfchen Georgenzell („Jörgezell“) am Rosabach. Spangenberg erzählt: „Berthold von Wildprechtrode ist ein berühmter Ritter und ein Freund von Bischoff Heinrich von Würzburg (zur Zeit Kaisers Otto III.) gewesen, auch mit Graf Wilhelm von Franken- und Henneberg verstand er sich gut.“ –

II. An der von Salzungen nach Dorndorf-Vacha führenden Chaussee und Sekundärbahn, in der meiningisch-weimarischen Landesgrenze (Heft I S. 82) hat das Dorf Leimbach (1330 Leymbach, „Limmich“) eine schöne Lage, zwei Kilometer westlich vor der Salinenstadt. Die Herren von Leymbach besaßen hier ein ansehnliches mannlehnbares Rittergut, sie waren auch Burgmänner von Salzungen und Gerstungen. Weiterlesen

Werner Heisenberg und die Frage nach der Wirklichkeit

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Ein Fachmann ist ein Mann, der einige der gröbsten Fehler kennt, die man in dem betreffenden Fach machen kann und der sie deshalb zu vermeiden versteht.

 Werner Heisenberg 
(05.12.1905 – 01.02.1976)
Heisenberg

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Die Quantentheorie ist so ein wunderbares Beispiel dafür, daß man einen Sachverhalt in völliger Klarheit verstanden haben kann und gleichzeitig doch weiß, daß man nur in Bildern und Gleichnissen von ihm reden kann.

 

Architekt der Quantenmechanik & Nobelpreisträger

 


»Das Gegenteil einer richtigen Behauptung ist eine falsche Behauptung. Aber das Gegenteil einer tiefen Wahrheit kann wieder eine tiefe Wahrheit sein.«

Niels Bohr


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Burg Werners und die Süßeburg

In der 7. Lieserung neuer Beiträge zum Henneberger Archiv etc. (1890, Hofbuchhandlung Meiningen) berichtet Kirchenrat Dr. Germann aus „Wasungens vergangenen Tagen“: „Unmittelbar südlich der Schwarzbachmündung zur Werra, am sanften nördlichen Abhang des Stettenkopfes stand, (wo jetzt Anlagen zum Ausruhen sind) die Burg Werners oder Wernigers, früher zur Zeit der schlechten Landstraße, die unmittelbar an der Burg hinführte, „am Mauerschädel“ genannt. Der jetzt so ebene Weg von hier bis zum Wasunger Bahnhof führt in einer halben Stunde durch drei Wüstungen.“ – Nicht an der Rosamündung bei Wernshausen, sondern da „wo ehedem die Schwallunger Papiermühle lag, war die Wernersburg oder die Burg zum Werners, die in einem Kriege angezündet worden“, schreibt Heim; und nach Brückner „haben das ehemalige Burggut die von Diemar wohl zerteilt. Weiterlesen

Burg Frankenberg

(Ueber 450 m hoch).

Nordöstlich von Roßdorf, das Rosathal entlang, erreichen wir das freundliche Dörfchen Helmers (Helmerichs), unterhalb des Einflußes der Fischbach in die Rosa, am Zusammenstoß von vier Thälchen, an der alten Frankfurter Straße.

Brückner sagt: „Dicht über diesem Orte gewahrt man im Walde und über ihn hinausragend die Ruine Frankenberg, die ein 90 Fuß hohes  viereckiges Mauerwerk, einen 6 Fuß dicken Turm ohne Eingang und noch zwei Fensteröffnungen sehen läßt. Die Burg war ursprünglich frankensteinisch, der Sage nach aus dem fünften Jahrhundert. Längs des Flüßchens Fischbach im Süden lief die Grenze von Frankonien.“ Spieß drückt sich etwas anders aus, indem er schreibt: „Schon im 6. Jahrhundert sollen Frankenberger, eine besondere Linie der Frankensteiner, deren Stammburg unweit Salzungen lag und die 1266 zerstört wurde, in der Burg Frankenberg gehauset haben.“ Weiterlesen

Burg und Schloß Roßdorf

Von Oepfershausen führt eine gute Fahrstraße nördlich durch die nahe gelegenen Orte Friedels-, Hümpfers- und Sinnershausen, am „Klosterwald“ vorüber in anderthalb Stündchen nach dem Marktflecken Roßdorf. (s. Heft I S. 60).

Villa Rasdorp[1], wie Heim schreibt, ward später ein ansehnliches und volkreiches Dorf, welchles 782 Huldoriodus dem Kloster-Fulda bezw. ,,dem Kloster des heiligen Heylandes in der Wüste Buchenaue« erb- und eigenthümlich übergeben hat. Diese Uebergabe bestätigte Kaiser Karl d. Gr. von der Provinz Picardie in Nordfrankreieh aus im obengemeldeten Jahre. Auch gaben Holmunt, eine Magd Gottes (Nonne) und ihre Schwester Frahunt an das Kloster Bonifacii (Fulda) Alles, was sie eigenthümlich in dem Dorfe „Rostorp“ im Gau Tullifeld“ besassen. An diesem Orte hat Fulda „eine veste Burg“ erbauet, um sein Land zu schüzen. Bier vereinigte Landgrafen in Thüringen und Hessen hatten solches Schloß weggenommen, aber nach gepflogener „Sune“ (Siihne) wieder herausgegeben, 1362 an Walpurgi. – Fügen wir nun erst nach Briickner hier ein: „Roßdorf (Rosdorf, Rosthorpe, Rostorp 782), Marktflecken an der Eisenacher Grenze, auf der ebenen Terrasse der obern Rosa, zwischen dem Langenrain, Hofberg, Köpfchen und Hornberg weitmuldig gelegen. Weiterlesen

Die Kem’nate und die Blumenburg

zu Oepfershausen

Nehmen wir wieder einmal die Karte des Rhöngebirgs von Dr. Hoßfeld zur Hand, so finden wir es ganz leicht, von Kaltennordheim östlich, vom Riederholz aus die ,,horizontalen Schichten« des Hahnbergs auf- und, am Amönenhof vorüber, vor Oepfershausen an der „Krücke“ wieder abzusteigen. Der Fußweg durch Wald und Feld dahin ist jedenfalls im Sommer  angenehmer, als die links über Kaltenlengsfeld und rechts über Unterkatz weit ausbiegenden Chaussee’n.[1]

Oepfershausen (s. Heft I S. 20 und 60), Ophrideshusen, 1183, dann Ophershusen besteht (n. Brückner) aus den zwei Höhen „Liwarth und Wiesgarten“ und dem Teil, der zwischen ihnen liegt; er ist am Mühlwasser erbauet, das aus dem Flöhbach, Weidigs- und Gerthswiesenbrunn sich sammelt. – Im Unterdorfe sind zwei Schlösser, wovon das eine jetzt als Pächterwohnung, das andere als Förster- und Gärtnerwohnungen dient. Hier ist auch ein aus vier früher selbständigen Rittergütern bestehendes Staatsgut (Domaine). Weiterlesen

Die Wolfsburg und der Mauerschädel

An der Südostgrenze von der Flur Kaltennordheim stößt die Wüstung Rieden und das Oberkätzer Feld mit der erstern zusammen; hier, hinter dem „Sonnhof“ berühren sich zugleich die Weimarische und Meininger Landesgrenze. Zwischen dem Hohen- oder Hahnberg und der „Disburg“, in der Mulde des obersten Katzgrunds, östlich am kleinern „Wünschberg“, im kurzen Winkel der jetzigen Aschenhäuser und Kaltennordheimer Chausee liegt das Dorf Oberkatz, ein ehemaliger Marktflecken. (s. Heft I. S. 4 „Altdeutsche Volksstämme“ u. 20).

„Daselbst waren (wie Brückner meldet) zwei Burgen; die eine unterhalb vom Ort, schlechthin Burg oder Wolfsburg (wahrscheinlich von einem „der Wolfe“ erbaut), die andere dicht am Ort, nah am Katzbrunn, der Mauerschädel genannt. Die in Oberkatz ehedem angesesscnen adeligen Geschlechter waren vorzüglich die von Teufel, Bratten, Hohnberg, Helba, Butler (Buttlar), Dietsch, Strauch, Keer, Heerda, Auerochs.“ – Laut Urk. (im Henneberger Archiv) überläßt 1343, Okt. 21. Heinrich Streit an Henneberg verschiedene Güter, unter andern ein Gut ,,tzu Obernkacza«; eine andere Urkunde, von 1350, März 8. besagt, daß Hans von Butlar vom Grafen Johann von Henneberg das Hofried und einen Hof zu Oberkatza auf Wiederkauf kaufte; 1356, Aug. 17. verspricht Hertnid von Butlar, den ihm versetzten Hof zu Oberkatza und die Wüstung Hofrieden dem Grafen Johann von Henneberg zur Wiedereinlösung einzuräumen. Weiterlesen

1 50 51 52 53 54 68