Nationale Identität

Die Geschichte der Völker Europas ist nicht abgeschlossen – und wird es nie sein. Die Ethnogenese ist ebenso sehr ein Prozeß der Gegenwart und der Zukunft wie der Vergangenheit. Jeder Versuch von Romantikern, Politikern oder Sozialwissenschaftlern, die wahre Seele eines Volkes oder einer Nation ein für allemal zu »konservieren«, ist zum Scheitern verurteilt. Und nichts kann sicherstellen, daß Nationen, ethnische Gruppen und Gemeinwesen von heute in der Zukunft nicht vielleicht vollständig untergehen. Die Vergangenheit mag die Parameter gesetzt haben, innerhalb deren man die Zukunft gestalten kann, sie determiniert aber nicht, wie diese Zukunft aussehen wird. Ebenso wie die Völker Afrikas, Amerikas oder Asiens sind auch die Völker Europas keine atomaren Strukturen der Geschichte an sich, sondern Prozesse, die von der Geschichte geformt und umgeformt werden. Heraklit hatte recht: Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen. Jene Flüsse, die Völker sind, fließen weiter, aber die Gewässer der Vergangenheit sind nicht die der Gegenwart oder Zukunft. Europäer müssen den Unterschied zwischen Vergangenheit und Gegenwart anerkennen, wenn sie eine Zukunft gestalten wollen.

Patrick J. Gary „Europäische Völker im frühen Mittelalter. Zur Legende vom Werden der Nationen.

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Kiskörös II

Heute, also an dem Tag, den ich schildern will, ist Freitag der 3. September 2010. Frühs besuchten wir als erstes den Kindergarten von Kiskörös. Doch Bilder davon gibt es nicht in meiner Galerie: ich hatte leider nur daran gedacht, den Ersatzakku mitzunehmen, doch der zugehörige Fotoapparat blieb im Auto vergessen liegen. Wer von den Mitreisenden Bilder von unserem Besuch hat und möchte, dass ich sie in diesem Artikel veröffentliche, kann sie mir gerne schicken (per Kontaktformular).

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Germanen

Woher kommt dieses Wort? Viele Erklärungen hat es gegeben. Am einfachsten und vermutlich richtig wird es von „Germani“ = dem lateinischen Wort für Brüder hergeleitet. Die Waffenbrüderschaft männerbündischer Disziplin und Ekstase bei einzelnen Stammesverbänden, mit denen die Römer zunächst in Fühlung kamen, wird ihnen am meisten aufgefallen sein. Uns fällt auf, daß die germanischen Stämme gar keine größere Verbindung erstrebten, also auch kaum einen sammelnden Volksbegriff kennen konnten, und somit immer nur in kleinen Verbänden Brüderschaft hielten. Das Wort ist demnach eine rein lateinische Bildung ohne Entsprechung im Norden. Germanen hat es bei den Germanen nie gegeben.

Eric Graf Oxenstierna in „Die NordgermanenWeiterlesen

Tradition

Tradition – ein Schatz überindividueller kumulierter Erfahrung ist die Erbinformation der Kultur. Eine Kultur enthält ebensoviel „gewachsenes“, durch Selektion erworbenes Wissen, wie eine Tierart. Zerstörung gültiger Traditionen muss sich für eine Kultur deshalb genauso auswirken, wie die Zerstörung genetischer Information für eine Spezies.

Konrad Lorenz und Bernd Lötsch 1977, IWF Film G 188 Weiterlesen

Kiskörös I

Ich muss gestehen, noch nie Ungarn besucht zu haben. Nun ja, ganz stimmt das nicht, 1972 bin ich mit dem Balt-Orient-Express durch Ungarn gereist, um mit Freunden Rumänien und seine Menschen, von Oradea zur Küste trampend, zu erleben. Jetzt nach dem Besuch des Erntedankfestes 2010 von Kiskörös und der Slowakischen Nationaltage vom 3. bis 5. September  als Mitglied des Heimatpflegevereins Gehaus e.V. muss ich ergänzen: zu meiner Schande muss ich gestehen, Ungarn bisher nie besucht zu haben.  Was ich dort an Gastfreundschaft erlebt habe, hat mich sehr beeindruckt – ich danke euch, liebe Kisköröser.  Ich hoffe, dass ich ein wenig meiner Dankbarkeit durch diesen Reisebericht ausdrücken kann. Die Bilder sind hauptsächlich für die Mitreisenden und die Bürger von Kiskörös als Erinnerung an schöne Tage gedacht, sie sind keine hochwertigen Kreationen mit künstlerischem Anspruch, trotzdem habe ich sehr gerne und in genussvollem Erinnern tagelange Mühen in die webgerechte Nachbearbeitung der Bilder investiert. Man kann diese, Vielen nicht nachvollziehbare Verbissenheit vor dem Monitor bis sich die Pupille rechteckig und 16:9 wie er, an ihn angepasst hat,  auch private Leidenschaft nennen – das klingt auf alle Fälle besser.

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Wahrheit

Wahrheit ist das, woran Menschen glauben.

[Anders Johansson in „Öland – Himmel und Erde“ im Kapitel „Bei der Kirche von Hulterstad“]

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Zum Design und anderen existentiellen Fragen

Seit dem 26.02.2014 hat das Weblog „Der Baum der Erkenntnis“ ein neues Design und einen neuen Namen: Gehaus der Erkenntnis“ 😉 , weil ich es nun mit der Website Erinnerungen an Gehaus und die Rhön zusammengefaßt habe.

Wichtiger technischer Hinweis: Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigst Du JavaScript. Eine Anleitung wie Du JavaScript in Deinem Browser einschaltest, befindet sich hier.

Jeder, der will, kann unter jeden Beitrag einen Kommentar schreiben und damit eine interessante Diskussion mit anderen Besuchern dieses Weblogs oder mir anzetteln. Das geht  übrigens in diesem Weblog inzwischen wieder für jeden, der dazu Lust hat, ohne daß er sich dafür vorher anmelden muß! Weiterlesen

Öland-Tyskland-Dag

Heute erhielt ich eine Reihe Fotos und Zeitungsartikel über den Öland-Tyskland-Dag vom 8. August in Tornlunden von Siegfried Hessler – ich danke Dir, Siegfried – die ich nun vorstellen möchte. Die Bilder wurden alle von Ulf Ǻman, Mitglied des Heimatvereins Runsten, aufgenommen, alle Rechte an den Bildern gehören also Ulf Ǻman – ich habe sie aber, wie alle Bilder meiner Galerien, durch Wasserzeichen geschützt. Soweit zum Formalen!

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Schwedenreise (2)

Bereits am 11. Mai 2010 hatte uns – „uns“ ist der Heimatpflegeverein Gehaus e.V. – Siegfried Hessler die Buchung unserer Unterkunft auf der Insel Öland, auf dem Hof Kackelstugan bei Wirt Gunnar Aldestam, ausgerichtet. So machten wir uns in der sicheren Erwartung, ausreichend Betten für acht Personen zur Übernachtung zu finden, am 5. August auf die 1028 km lange Reise von Gehaus/Rhön nach Halltorp/Öland (Reisedauer elf Stunden und acht Minuten – berechnet von Google maps), naja… – die Reise dauerte ca. zwei Sunden länger. Meinen Ansprüchen wurde die sehr ruhig gelegene „Hühnerhütte“ (das heißt wohl „Kackelstugan“ auf Deutsch) – und das zu einem sehr zivilen Preis – vollkommen gerecht. Mit Bildern dieses rustikal-gemütlichen Hofes, aus dem Dachfenster meines Zimmers aufgenommen, beginnt die Bildergalerie weiter unten.

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