Hexenverfolgung

Zitiert aus Baier Bote 4(2006)13 vom 22. Dezember 2006:

Hexenverfolgung

Beleuchten wir heute einmal ein finsteres Kapitel der Geschichte und gehen wir kurz auf den Hexenwahn im Mittelalter ein. Wie bekannt, soll es bisherigen Forschungen zur Folge in Gehaus keine Hexenverbrennungen gegeben haben. In den Archiven deutet zumindest nichts darauf hin. Lediglich ein Fall, der unter der Rubrik Hexenprozesse im Staatsarchiv Marburg geführt wird, ist uns bisher heute bekannt. Seltsamerweise handelte es sich dabei bei dem Angeklagten um einen Mann. Dabei geht es nicht alleine um „Hexerei“, sondern um einen Totschlag bei einer Wirtshausschlägerei vom 24. Juni 1696. Man kann es sich aber nicht vorstellen, dass es dies hier nicht gegeben haben soll. Man kann nur vermuten, dass es auch in Gehaus zu derartigen Anschuldigungen gekommen ist, aber die Verfahren und spätere Verurteilungen in andere Orte, wie Stadtlengsfeld, gelegt wurden. Wir sind aber über Gehauser bisher nicht fündig geworden. Auch Flurbezeichnungen deuten nicht darauf hin, wie z. B. in anderen Orten (Hexenlinde, Hexenplatz usw.). Es liegen im Staatsarchiv Marburg für die nähere Umgebung unter den Akten derer von Boineburg folgende Prozessprotokolle vor:

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Dvorák – Klavierkonzert

Antonín Dvorák: Konzert für Klavier und Orchester g-Moll op. 33

Das Klavierkonzert ist das erste der drei Solokonzerte Dvoráks. Er schrieb es für den damals bekannten Pianisten Karel von Slavkovsky, der sich engagiert für das tschechische Musikschaffen einsetzte und welcher Dvoráks Konzert auch uraufführte. Er komponierte es im August und September 1876 in Prag und machte es sich wahrlich nicht leicht dabei: kein andres Manuskript Dvoraks weist soviel Striche, Zusätze, Rasuren und andere Berichtigungen auf, wie das Autograph des Klavierkonzertes. Uraufgeführt wurde es am 24. März 1878 im Saal der Prager Sophieninsel und wird seither leider nur selten gespielt, weil es keinen für Klaviervirtuosen glänzenden Solopart aufweist, es ist ein symphonisch entworfenes Konzert, in dem der Pianist nur primus inter pares ist.  Zwar wurde der Solopart 1919 von Vilém Kurz für mehr Effekt wesentlich revidiert, aber das hat dem Werk auch nicht wirklich zum Durchbruch verhelfen können.

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Jaques Offenbach

Zitiert aus Baier Bote 4(2006)10 vom 29. September 2006:

Jaques Offenbachs Wurzeln in Gehaus

Im Voraus möchte ich hiermit Herrn Rolf Leimbach aus Stadtlengsfeld danken, der uns auf einen der berühmtesten Männer der Musikgeschichte aufmerksam machte. Wie wir alle wissen haben auch in unserer kleinen Gemeinde berühmte Persönlichkeiten gelebt, wurden hier geboren oder stehen in anderen Beziehungen zu unserem Heimatort. Auf die bisher bekannten Bürgerinnen und Bürger sind wir ja bereits eingegangen, ohne dabei zu vergessen, dass auch wir hier erst am Anfang einer konkreten Aufarbeitung stehen, um Licht in das vergessene Leben dieser ehemaligen Mitbürger zu bringen. Nun kommt durch Zufall ein weiterer hinzu, der zumindest durch großväterliche Bande mit der Ortschaft Gehaus verbunden ist. Es handelt sich hierbei um Jaques Offenbach geb. am 20.06.1819 in Köln und gest. am 04.10.1880 in Paris.

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Auswanderung im 19. Jh.

Zitiert aus Baier Bote 4(2006)07 vom 30. Juni 2006:


Die Gehauser Auswanderungswelle im 19. Jh.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger!
Heute wollen wir mal Antwort auf Fragen geben, die für viele von uns von besonderem Interesse sind. Wie wir aus unserer eigenen Geschichte wissen, haben in der Mitte des 19. Jahrh. ca. 1/3 der damaligen Bevölkerung ihren Heimatort Gehaus in Richtung „Neue Welt“ verlassen. Ein Aderlass, der noch heute spürbar ist. Gerade in den letzten Jahren war festzustellen, dass hier aber auch in den USA das Interesse der eigenen Herkunft wieder mehr in den Mittelpunkt rückte. Zwei Fragen der Nachkommen der ehemaligen Ausgewanderten beschäftigen besonders viele heutige Bürger in den USA, aber auch in Deutschland:

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Die Krummfingerbande

Zitiert aus Baier Bote 3(2005)09 vom 30. September 2005 und 3(2005)10 vom 28. Oktober 2005:

Über eine Rhöner Räuberbande

Wie bereits erwähnt möchte der Heimatpflegeverein e. V. von Gehaus interessierte Bürgerinnen und Bürger über bestimmte Abschnitte in der Historie unserer Heimatgemeinde informieren und zum Nachdenken an vergangene Zeiten anregen. In loser Reihenfolge möchten wir bestimmte Eckpunkte der Vergangenheit neu beleuchten. Wir möchten darauf hinweisen, dass keiner dieser Folgen das Recht auf Vollständigkeit hat. Im Gegenteil wären wir alle sehr dankbar, wenn durch diese kleine Serie neue Erkenntnisse hinzukommen würden. Gleichzeitig wird hiermit darauf verwiesen, dass die 2. Auflage zum geschichtlichen Abriss der Gehauser Vergangenheit jeden Mittwoch in der Zeit von 18.00 – 20.00 Uhr in der Gemeindeverwaltung von Gehaus im Schloss erworben werden kann. Beginnen wir mit der Bande des Balthasar Krummfinger: Wie viele wissen entstand in der Zeit des 18. Jahrh. in Gehaus, aber auch in der Umgebung ein starkes Bandenwesen. Dass gerade Gehaus dafür eine dominierende Rolle bot, war den Umständen der damaligen Zeit zuzuschreiben. Begonnen hatte alles um 1673, also kurz nach dem 30-jährigen Krieg und erlebte seinen Höhepunkt in den Jahren von 1720 bis 1750. Die im Landesarchiv von Meiningen aufgefundene Schriftstücke (Themaer Protokolle) sind von großer Wichtigkeit für die Analyse der ideologischen und politischen Auseinandersetzungen der Krummfingerbande.

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Julius Grobe

Zitiert aus Baier Bote 3(2005)12 vom 23. Dezember 2005:

 

Über Julius Grobe und seine Schwester Hermine, verheiratete Meyer

Auch Gehaus hat in seiner wechselvollen Vergangenheit berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht. So unter anderem den Sohn des Pfarrers Salomon Grobe, Julius Grobe. Salomon Grobe war in den Jahren 1801 – 1807 in Gehaus als Pfarrer tätig. Am 18. Oktober 1807 erblickte Julius Grobe in Gehaus das Licht der Welt. Zu seiner Zeit war er ein berühmter Musikwissenschaftler besonders mit seinen Gemischten- und Männerchören. Eines seiner bisher bekannten Werke entstand 1840, da war Grobe wahrscheinlich schon Musikkantor in Nürnberg. Hier nun der folgende Text:

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Über die Krayenburg und die Boineburgs

Zitiert aus „Baier Bote“ 7(2009)09 vom 21. August 2009:

Über die Krayenburg und die Geschichte ihrer Verbindung mit der Familie von Boineburg

Da die Familie von Boineburg auch zeitweise in Besitz der Krayenburg bei Kieselbach und Tiefenort war, wollen wir ein wenig in diesen alten Akten blättern und Interessierten Geschichtsfreunden mit dieser Problematik vertraut machen. Nach neusten Forschungen und Erkenntnissen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit an zunehmen, dass der Wachturm um die Zeit um 750 zur Zeit der Sorbeneinfälle entstanden sein muß. Also bereits viel früher als die bekanntere Wartburg bei Eisenach. Wann die weiteren Teile wie Palas, Bergfried, Kapelle usw. entstanden sind, steht nicht genau fest. Lediglich durch den Baustil ist es möglich hier etwas genauer zu datieren. Wer mehr über die Entstehung der Burg wissen möchte, sollte sich die geschriebene Chronik von Ernst Bernhard Staffel aus Tiefenort aus den Jahren 1804 – 1806 zu Grunde legen. Hier ein kleiner Auszug dazu:

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Die Kirche von Gehaus

Zitiert aus Baier Bote 4(2006)03 vom 31. März 2006:

Aus der Geschichte der evangelischen Kirche zu Gehaus

Beginnen wir heute mit einem der markantesten Gebäuden unserer Gemeinde. Es handelt sich hier um das evangelische Gotteshaus. Wie wir alle wissen, wurde diese Kirche in den Jahren 1765 – 1767 errichtet. Über deren Vorläufer, wahrscheinlich eine kleine Kapelle gibt es nichts zu berichten, außer, dass die hiesige Kirche dem jetzigen Standort der Kapelle entsprach. In einer Karte, welche sich im Hessischen Staatsarchiv zu Marburg befindet, ist im Jahre 1721 diese Kapelle am heutigen Standort der Kirche eingezeichnet. Gleichzeitig die gesamte Ortschaft Gehaus, mit dem Standort der verschiedenen Wohnstätten und dem Straßenverlauf, der sich teilweise vom heutigen unterscheidet. Der Ort Mariengart ist in dieser Zeit ebenfalls als Vorwerk bezeichnet und noch zu Gehaus dazugehörig. Aber kommen wir zu unserem heutigen Gotteshaus zurück. Die Pläne zum Bau einer neuen Kirche wurden bereits um 1600 vorgelegt, aber mit Beginn des 30-jährigen Krieges kam es nicht mehr zu deren Ausführung. Die Gründe braucht man nicht weit zu suchen. Not und Elend herrschte, die Bevölkerung wurde durch Krieg, Seuchen und Hungersnöte dahingerafft. Teilweise starben ganze Orte aus. Man hatte andere Ziele vorerst, ging es doch um das nackte Überleben in dieser Zeit. Erst im Jahre 1641 beginnen in Gehaus wieder die Eintragungen in den Kirchenbüchern. Später werden wir auf diese Eintragungen nochmals zurückkommen.

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Der Rhöner Dialekt

Zitiert aus „Baier-Bote“ 6(2008)09 vom 26. September 2008:

Zu Gemeinsamkeiten der Sprache unserer Gegend aus Sicht der Dialektforschung  mit dem heutigen Königreich der Vereinigten Niederlande, sowie mit Schottland, Großbritannien und Wales!

Der Dialekt wie er noch heute in unserer Gegend gesprochen wird liegt in seinem Ursprung in der fränkischen Besiedlung, sowie auch in der Völkerwanderung um 500 n. C. Dabei handelt es sich in seiner Grundform um den fränkischen Dialekt. Es gibt dazu mehrere Auffassungen. Neuere Erkenntnisse gehen davon aus, dass eine Ausdehnung dieser Sprache bzw. Dialektes oder auch Mundart von Dünkirchen und Amsterdam bis an die Unstrut, Saale, Donau und bis in das Riesengebirge stattfand. Reduzieren wir vorerst das fränkische Sprachgebiet auf seine wirklichen Grenzen.

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Neues über Fischbach und Gehaus

Zitiert aus Baier Bote 7(2009)08 vom 21. August 2009:

Neues  über Fischbach und Gehaus

Wie wir bisher wissen wurde die Ortschaft Fischbach in der Flur von Gehaus nach Angaben der Kirchenchronik von unserem Ort in den Jahren 1850 oder 1864 aus den uns bekannten Gründen geschleift. Es standen uns also somit zwei unterschiedliche Daten zur Verfügung. Dies können wir nun seit geraumer Zeit besser eingrenzen. Durch das Vereinsmitglied Dr. Eckart Frhr. von Uckermann konnte uns eine Topographische Karte aus dem Jahr 1857 zur Verfügung gestellt werden. Auf dieser Topographischen Karte sind die Ortschaften Fischbach und Altenroda (hier als Altes Rod bezeichnet), eingetragen. Demnach ist erwiesen, dass beide Ortschaften in diesem Jahr noch existierten und man auf das Jahr 1864 zurückgreifen kann. Der Stand der Karte entspricht dem damaligen neuesten Er­kenntnissen in der Topographie. Wie sah es in der Fischbach aus?

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