Khalil Gibran – Der Prophet

Sagt nicht:
„Ich habe die Wahrheit gefunden“,
sondern
„Ich habe eine Wahrheit gefunden.“
Sagt nicht:
Ich habe den Weg der Seele gefunden.“
Sagt:
„Ich bin auf meinem Weg der wandernden Seele begegnet.“
Denn die Seele wandelt auf allen Wegen.
Die Seele geht keinen geraden Weg,
noch wächst sie wie ein Schilfrohr.
Die Seele entfaltet sich,
gerade so wie ein tausendblättriger Lotos.
aus Khalil Gibran: Der Prophet
– Von der Selbsterkenntnis –

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Der Hähl im Tullifeld

Ein langer, schmaler Strich Landes, der in ganz eigentümlichen Windungen durch den Tulligau sich erstreckte, galt gleichsam als neutrales Gebiet. Es war der Hähl. Seine Benennung ist in den verschiedenen Chroniken nicht gleich, teils ,,Häl, Hail, Hoel,« teils ,,Höhl, Hahl, Hähl«, in letzter Schreibweise hauptsächlich vorkommend; seine sachliche Bedeutung ist im Volke wie in den Altertumsschriften verschieden ausgelegt worden. Der Hähl, eine sehr alte und ehedem auch sehr gehegte Grenze im Tullifeld, ist jedenfalls ein sonderbares Erbstück aus dem fehdereichen Mittelalter. Man ist leicht der Meinung, daß er (wie Spieß, wie Baurat Sartorius und Gymnasiallehrer Mey annehmen) ein Ueberbleibsel der vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus erwähnten Pohl- oder Pal- Grenze sein könnte, welche am Rhein begann und durch die Wetterau, durch das Vogelsgebirge, wie durch die Rhön zum Thüringerwald sich hinzog. Weiterlesen

Das Wesen der alten allgemeinen Gauverfassung

In „Altdeutsche Gaue“ sind bereits die Gauen des fränkischen Bundes, zu denen auch das Tullifeld zählte, erwähnt, ohne daß über das Gauwesen selbst etwas Weiteres gesagt ist. Die erste staatliche Entwickelung gründete sich aber auf die Gerichtsverfassung, welche der Gaugraf zu überwachen hatte; denn jeder Einzelne wie jede Familie, der Hörige und Sklave wie der Freie, die Gemeinde, der Flur- wie der Ortsnachbar, der Ansässige wie der erst Einziehende, alle mußten der Gauordnung sich unweigerlich fügen. Das war ohne Zweifel die gute Absicht der altdeutschen Gesetzgeber; so auch besonders in Frankonien. Gleichviel, ob das zu behandelnde Vorkommnis eigentlich mehr der Verwaltung, mehr der öffentlichen Polizei oder der geheimen Justiz zuzuweisen gewesen wäre, – diese drei Zweige grünten dermalen auf dem Stamme der alten Gauverfassung gleichstark. Weiterlesen

Kontaktformular repariert

Das Kontaktformular funktioniert jetzt auch endlich, habe es soeben getestet.

Und nun hör endlich auf zu lachen!

 

 

Stammtafel der Tullifelder Grafen (von 785 bis 963)

  • Hunroch (Heinrich) von 785 Graf, dann Gaugraf im Tullifeld, später Sendgraf in Frankonien, bis 819.
  • Poppo (I. alter Reihe) Graf und Gaugraf im Tullifeld, seit 809 schon sich ,,Henneberger Graf“ nennend, bis 837.
  • Adalbrath (Adalbert I.) 1. Sohn des Poppo, Graf im obern Hennebergischen, 9ter Gaugraf im Grabfeld, Markgraf von Frankonien, starb 895.
  • Poppo II, 2. Sohn Poppo’s I., Grafen im untern Hennebergischen, Gaugraf im Tullifeld, starb 870. Ihm folgte sein Sohn Heinrich I. (Hunroch II.) Missus in Frankonien, Markgraf und Herzog in Franken, eigentlicher Gaugraf im Folcfeld und im Tullifeld, von 871 an auch im Grabfeld; starb 887. Dessen Söhne sind die sogenannten Babenberger.
  • Poppo III. Bruder von Heinrich I., Markgraf der südthüringischen Mark, starb 895.
  • Adalbert. (Adalbrath II.) 1. Sohn von Heinrich I., Gaugraf im Tulli- und im Grabfeld seit 889; 905 enthauptet.
  • Heinrich II., 2. Sohn von Heinrich I., 902 erschlagen.
  • Adalhard I. 3. Sohn von Heinrich I., 902 enthauptet.
  • Adelbrath (Adalbert III.), Sohn des Poppo III., wohl Gaugraf im Tullifeld, von 905 bis 914.
  • Poppo IV., Sohn des Poppo III. ist nur als Graf im Volkfeld bekannt.
  • Poppo V., Sohn des Adelbrath III., Graf im Grab- und Tullifeld, von 922 – 945, starb kinderlos.
  • Poppo VI., Sohn des Poppo IV., Graf im Tulli- und Grabfeld, starb 963. Weiterlesen

Ursprung des Volks und seiner Fürsten

Die Vorfahren der Bewohner des alten Grabfeldes sind im Allgemeinen weniger die Hermunduren (Thüringer) als vielmehr die Chatten (Hessen) gewesen; dieser Volksstamm war somit wohl auch im Tullifeld am stärksten vertreten. Infolge der fränkischen Eroberungen Chlodwigs und Theodrichs (C. E. Bach meint Theuderich I. 511-534) in der Mitte des 6. Jahrhunderts konnten die alten Thüringer, die vordem eine Art Uebermacht über die alten Hessen besessen hatten, es nicht verhindern, daß die Franken nun eine Volksmischung erzeugten, in welcher gerade das Tullifeld einen chattisch-fränkischen Typus seiner Bewohner in Gesichtszügen und Charakter eingeprägt bekam und auch weiterhin behielt. Genßler schreibt: „Diese Franken (Vrankonen) waren eigentlich suevischen (schwäbischen) Stammes, einer Völkerschaft zugehörig, die zu Ende des 4. Jahrh. vom rechten Rheinufer bis zur Weser und südlich bis jenseits des Mains wohnte: ,,Frank“ war ihr Bundesname. Grimm giebt an: ,,France stammt von Franco, Francho ab und bedeutet die Selbständigen, Unabhängigen, was in natürlicher Auffassung sowohl mit frech als auch mit frei in Verbindung steht.“ Weiterlesen

Händel verbrahmst

Variationen und Fuge über ein Thema von Händel, op. 24 sind ein im Jahr 1861 entstandener und im Juli 1862 publizierter Variationen-Zyklus von Johannes Brahms über die Aria con Variazioni der ersten Suite in B-Dur (HWV 434) aus der zweiten Gruppe von Georg Friedrich Händels Werk Suites de Pièces pour le Clavecin (HWV 434 bis 442). Er besteht aus 25 Variationen und einer abschließenden Fuge.

Video 1 (Variationen 1 bis 12

Video 2 (Variationen 13 bis 25 und Fuge )

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Der Name Tullifeld

Nachdem nun Lage, Umfang, Einzelbezirke und Wüstungen der Gaugrafschaft im Allgemeinen bekannt gegeben sind, bedarf es auch einer Erklärung ihres Namens. Das Wort ,,Tulli“ läßt nach verschiedenen Chronikschreibern verschiedene Deutungen zu. Urkundlich findet man für ,,Tullifeld“ die Namenformen Tullifeldono (marca und provincia) Tullifeldon, Tullifeldum, Tulliveld, Dullifeld, Tollifeld, Tolliveldum, D0llifeld. Wie Binder bemerkt, heißt es in einer Urkunde von 1353: ,,Tullefeylde«, in einer andern von 1428, (im Hennebergischen Urkundenbuch): ,,Thölfeld“; und in einer von den ,,Gesambten Schulthessen Vor sich undt alle Gemeinden beder Embdter KaltenNortheimb Undt Fischbergk“ unterm 9. July 1634 verabfaßten langen Bittschrift an die Hennebergische Regierung kommt der Ausdruck ,,Döllfällische Grentz“ vor. Genßler leitet den Namen aus dem wendischen Worte dôl, d. h. thalabwärts ab, was auch Binder für richtig hält. In Grimms deutschem Wörterbuch finden wir zu den Worten tal, dal bemerkt: ,,böhmisch hat man das Wörtchen ,,dol“ für Vertiefung und Niederung, polnisch für Grube gebraucht. Zu Ende des 15. Jahrhundert und später noch hatte man diese Ausdrücke; und das althochdeutsche talili, täli, tuolla für Thälchen war z. B. im Hessischen und Hennebergischen üblich. Das altnordische dôela und dälle stehen im Sinne ganz nahe dem tal und dal.“ — Sanders Wörterbuch besagt ebenfalls: ,,Dalle, Dälle = Vertiefung. Weiterlesen

Fazıl Say: Black Earth (Kara Toprak)

Black Earth“ des Komponisten Fazıl Say (geb. 1970 in Ankara) ist 1997 entstanden und ist von einem Song des in seiner Heimat sehr populären, blinden türkischen Chansoniers und Dichters Asik Veysel inspiriert worden. Der Text dieses Liedes kreist um die Verzweiflung nach dem Verlust eines geliebten Menschen, welcher nichts übrig läßt außer Einsamkeit und das blanke Leben auf einer „schwarzen Erde“. Fazil Say imitiert auf dem Klavier den Klang einer traditionellen türkischen Saz (Langhalslaute), seine Komposition setzt die vorgegebene Düsternis der Dichtung stimmig um und verbindet Elemente aus Jazz, türkischer Folklore und traditioneller Musik zu einer stilvollen Mischung. Der türkische Ausnahmepianist und -komponist spielt dieses Stück sowohl in klassischen Konzerten als auch auf Jazzfestivals, was allein schon einiges über ihn aussagt.
 
Der türkische Text des Songs „Kara Toprak“ von Asik Veysel:
 

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